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Sonsbeck: Aha-Erlebnis nach Gutachten zur Ortsumgehung - ein Kommentar

Ortsumgehung für Sonsbeck : Aha-Erlebnis nach Dekaden

Jahrzehnte lang galt eine Ortsumgehung als Allheilmittel für Sonsbecks Verkehrsprobleme. Nun stellt ein Gutachten alles auf den Kopf. Was bleibt, ist die Frage, was tatsächlich bei der Entlastung der Hochstraße hilft.

Die Ortsumgehung für Sonsbeck ist ein uraltes Thema. Schon seit den 80er Jahren wird über die Option debattiert, um die Hochstraße und damit den Ortskern vom Verkehr zu entlasten. Zwischenzeitlich war sogar von einer Umgehungsstraße auf Stelzen die Rede. Alles im Glauben, damit das Allheilmittel für Sonsbecks Verkehrsproblem zu liefern. Leo Giesbers verbuchte es bei seinem Abschied als Bürgermeister gar als Versagen, dass die Umgehung während seiner Amtszeit nicht realisiert werden konnte. Nun, nach Jahrzehnten, das Aha-Erlebnis: Das Projekt würde nicht nur Unsummen verschlingen, einen drastischen Eingriff in die Landschaft und jahrelange Baumaßnahmen bedeuten, am Ende würde es auch kaum etwas nützen. Denn wie die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens von Thomas Rödel zeigen: Eine Nord-West-Umgehung hält kaum jemanden davon ab, weiter über die Hochstraße zu brettern. Nur gut also, dass alle Anläufe für das Mammutprojekt bislang im Keim erstickt sind. Und auch wenn Rödel betont, mit dem Gutachten lediglich Vor- und Nachteile aufzeigen und keinesfalls eine Entscheidung forcieren zu wollen, so dürften Sonsbecks Politiker nach Vorstellung der Faktenlage nun anders auf die Umgehung schauen. Was bleibt, ist die Frage, wie Sonsbecks Verkehrsproblem dann gelöst werden könnte. Es gibt weitere Optionen. Über ihre Umsetzbarkeit und Zielführung lohnt sich zu streiten.

Beate Wyglenda

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