Sonsbeck: Abschied von der Hauptschule

Sonsbeck : Das Ende einer pädagogischen Ära

Am Mittwoch wurde das 50-jährige Bestehen der s’Grooten-Hauptschule Sonsbeck gefeiert – und ein Schlussstrich gezogen. Denn die Schulform läuft aus, nach einem halben Jahrhundert ist Schluss.

Die Mensa der s’Grooten-Hauptschule platzte aus allen Nähten. Denn viele waren noch ein letztes Mal gekommen, um zusammen zu feiern, gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen – und um Adieu zu sagen. Denn am Mittwoch wurde nicht nur der 50. Geburtstag der ehemaligen Gemeinschaftshauptschule zelebriert, sondern auch Abschied genommen. Vor knapp zwei Wochen wurden die letzten Schüler entlassen, nun ist Schluss: Die s’Grooten-Hauptschule ist Geschichte.

So ließen es sich auch ehemalige Lehrer, Schüler und Förderer nicht nehmen, der pädagogischen Institution sozusagen die letzte Ehre zu erweisen. Die früheren Schulleiter Karl-Heinz Winschuh, Karl Julius, Erich Nabbefeld und Angelika Platzen waren ebenfalls da – nur Monika Labmeier, die als kommissarische Schulleiterin in den vergangenen Jahren das Auslaufen der Hauptschule abgewickelt und verwaltet hat, fehlte krankheitsbedingt.

Daher übernahm Rosemarie Flinterhoff vom Lehrerrat, die nun nach über 40 Jahren an der s’Grooten-Hauptschule in den Ruhestand geht, den schulischen Part der Verabschiedung. In einer launischen „Büttenrede“ blickte sie auf ihre Zeit an der Schule zurück, kramte Anekdoten aus, sparte auch nicht mit versteckten kritischen Tönen. Doch letztlich schloss sie mit dem Fazit: „Aber wir haben ein Lächeln im Blick, denn wir schauen auf ganz viel Gutes zurück.“

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Zuvor hatte Bürgermeister Heiko Schmidt das Wort ergriffen. „Wir sind wehmütig und traurig, aber haben auch Grund zu feiern, denn wir können dankbar und stolz auf die vergangenen 50 Jahre sein.“ Alle Beteiligten hätten in den vergangenen Monaten und Jahren gewissenhaft daran gearbeitet, den Übergang der s’Grooten-Hauptschule in die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck so reibungslos wie möglich zu gestalten. An Gesamtschulleiter Frank Pieper richtete Schmidt den Wunsch, den eingeschlagenen Weg erfolgreich fortzuführen. „Trotz des Endes ist und war die Schule stets ein Teil von Sonsbeck und hatte auch stets ein eigenes Profil.“ Denn der besondere Anspruch, die Schüler auf das Berufsleben oder eine weiterführenden Schule so gut wie möglich vorzubereiten, sei ebenfalls ein herausstechendes Merkmal der s’Grooten-Schule gewesen.

Seinen Dank richtete Schmidt auch an das Lehrerkollegium, das in all den Jahren den Schülern nicht nur Wissen, sondern auch Verantwortungsgefühl vermittelt habe. „Dadurch haben Sie dazu beigetragen, dass viele der Jugendlichen in einem Unternehmen im Ort unterkommen und dort ihren beruflichen Weg einschlagen konnten.“ Das habe nicht nur den Schülern, sondern auch den Unternehmen geholfen.

Künftig wird diese Aufgabe nun die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck übernehmen müssen.