Sonsbeck: Son'Theater hat Lacher auf seiner Seite

Sonsbeck: Son'Theater hat Lacher auf seiner Seite

Die Premiere des neuen Stücks "Halbgott in Nöten" im ausverkauften Kastell war von Anfang bis Ende ein Knaller.

"Das Son'Theater ist hier nicht mehr wegzudenken. Seit 20 Jahren sorgen sie mit professioneller Arbeit und engagierten Akteuren für allerbeste Unterhaltung", betonte Bürgermeister Heiko Schmidt vor der Premiere des Stückes "Halbgott in Nöten" von Erich Virch im Sonsbecker Kastell.

Tatsächlich nimmt der Erfolg des Theaters immer größere Dimensionen an. "Die acht Aufführungen sind mit jeweils 280 Besuchern längst ausverkauft. 1000 Karten gingen direkt am ersten Vorverkaufstag weg. Irgendwas machen wir wohl richtig", sagt Regisseur und Schauspieler Winfried Cleve.

Dass diese Aussage blankes Understatement ist, zeigt sich schon an dem enorm hohen Anteil an Stammgästen, die vom gesamten Niederrhein anreisten. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, sondern ist das Produkt einer akribischen und professionellen Vorbereitung. Während sich die Schauspieler andernorts nach 44 Probetagen mit 110 intensiven Übungsstunden auf die Premierenbühne begeben, fängt in Sonsbeck die "heiße Phase" der Vorbereitung erst an. "Zwei Wochen vor der Aufführung proben wir jeden Tag im Kastell, am Ende spielen wir das Stück zweimal hintereinander komplett durch", erläutert Clewe. Dabei wird intensiv an jedem noch so winzigen Detail gefeilt. Übergänge werden geändert und Sätze, die den Ablauf verzögern, konsequent gestrichen. Niemand soll in Versuchung kommen, während der Aufführung auf die Uhr zu sehen. "Die Menschen sollen für zwei Stunden den Alltag vergessen, dafür machen wir das", so Cleve. Herausgekommen ist die temporeiche und in keiner Sekunde stockende Inszenierung einer herrlich komischen Verwechslungskomödie um zwei Mediziner, die sich um den Chefarztposten im Xantener Sankt Josef-Hospital bemühen. Lokalkolorit bot sich auch bei der Initialzündung des Stückes an: Bereit für seine Vorstellung beim Aufsichtsrat der Klinik fällt Dr. Fritz Tiedemann (Winfried Cleve) die Kinnlade herab, als er in der Zeitung das Bild seiner halbnackten Tochter Julia (Regina Leurs) vor dem Altar des Xantener Doms erblickt. Mitbewerber Dr. Ottmar Köttner (Wolfgang Närdemann) kann sich über diesen Skandal nur freuen. Eine Lösung muss her und damit beginnen die Turbulenzen, in dessen Verlauf Tiedemann sich tiefer und tiefer im Netz der Lügen verstrickt.

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Die anfängliche Idee, seiner Tochter durch die Heirat mit dem Golfballtaucher Kevin Müller (Johannes Heyn) einen anderen Namen zu verpassen, scheitert am Vorhaben der potenziellen Braut, den Mediziner Dr. Andi Löffler (Christian Grune) zu ehelichen. Die Schwiegermutter in spe Irene Tiedemann (Renate Heursen-Janßen) goutiert dieses Vorhaben ebenso wie ihr Gatte Fritz. Der gerät allerdings kurz darauf in arge Nöte, als Viola Löffler (Beate Dahms) auftaucht. Denn die Mutter des Bräutigams kommt ihm nur allzu bekannt vor. Es entwickelt sich ein Schlagabtausch voller Situationskomik, gespickt mit Dialogen, die immer wieder zu Lachsalven führen. Zum Beispiel, als sich die beiden Brautbewerber die Nase blutig schlagen und Dr. Köttner um Hilfe bitten: "Ich bin Gynäkologe, das ist mir zu hoch."

Am Ende liegt es an Golfballtaucher Kevin, die Wirrungen aufzulösen und die Wahrheit an die Oberfläche zu befördern. Der überwältigende Schlussapplaus des Publikums förderte noch eine zweite Wahrheit zu Tage: Im kommenden Jahr dürfte es erheblich schwieriger werden, an die begehrten Tickets zu gelangen.

(erko)