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Skateboard-Workshop in Xanten: Abenteuer auf Rollen und Brettern

Skateboard-Workshop in Xanten : Auf vier Rollen zu mehr Selbstsicherheit

In einem Workshop in der Jukuwe in Xanten lernen Kinder und Jugendliche, wie sie auf Skateboards beschleunigen und bremsen. Das machen sie zusammen, dabei erleben sie Erfolge – so wird ihr Selbstwertgefühl gestärkt.

Xanten Die Brüder Dustin (15) und Dean (11) fahren schon Longboard, bringen also Erfahrung mit, aber sie würden gern auch ein paar Tricks auf dem Skateboard können. Deshalb sind sie an diesem Montag in der Jugendkulturwerkstatt (Jukuwe) Exit genau richtig. Dort beginnt ein zweitägiger Workshop für rund 30 Kinder und Jugendliche. Erfahrene Skater zeigen den acht bis 15 Jahre alten Mädchen und Jungen, wie sie auf den Brettern fahren können.

Dafür bekommen die Kinder und Jugendlichen sogar ein Skateboard geschenkt – sie müssen es nur selbst zusammenbauen. Das ist schon die erste Übung: Die Trainer zeigen den Kindern und Jugendlichen, wie sie die Achsen und Rollen unter das Brett schrauben. Eine Erfahrung, die noch nützlich sein kann, wie Trainer Dario Hambrügge berichtet: Die Rollen, Achsen und Bretter nutzten sich mit der Zeit ab, dann reparierten viele Skater ihre Boards selbst. Hier könnten die Kinder und Jugendlichen das schon einmal üben und voneinander lernen.

Genau das ist auch eines der Ziele der beiden Tage: Dass sie zusammen etwas unternehmen, also Gemeinschaft erleben. Und dass sie sich gegenseitig unterstützen, gleichzeitig aber selbst herausfinden, wie sie etwas für sich am besten machen – zum Beispiel wie sie ein Board reparieren, wie sie damit eine Rampe herunterfahren oder wie sie einen Trick ausführen. Dabei geben ihnen die Trainer Hilfestellungen und Ratschläge, lassen ihnen aber auch die Möglichkeit, selbst etwas auszuprobieren, erklärt Hambrügge. Die Erfahrung zeige, dass die Mädchen und Jungen innerhalb der beiden Tage auch viel auf den Brettern lernten. Zum Schutz vor Verletzungen bekommen sie Helme sowie Schoner für Knie und Ellbogen gestellt.

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  • Die Initiative „skate-aid“, die Gemeinde Rommerskirchen
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  • Die Teilnehmer des Skateboard-Workshops in Kooperation
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Er selbst, mittlerweile ein junger Mann, steht auf Skateboards, seitdem er zehn, elf Jahre alt war. Auf dem Brett fühle man sich frei, sagt er. Man könne hinfahren, wohin man wolle – allein oder mit Freunden. Man könne Tricks damit machen oder einfach darauf cruisen, also gemütlich fahren. Und man könne auf dem Brett fahren, wann man es möchte – man sei unabhängig von festen Trainingszeiten. All das mache den Reiz des Skateboards aus.

Für die Kinder und Jugendlichen ist der Workshop kostenlos, er wird von Westenergie angeboten. Das Unternehmen arbeitet dafür mit der Initiative Skate Aid zusammen, die von Titus Dittmann gegründet wurde – der Unternehmer aus Münster gilt als „Vater der deutschen Skateboard-Szene“. 2009 hat er zusätzlich Skate Aid gegründet, eine Jugendhilfe-Organisation, die unter anderem Workshops wie diesen in Xanten anbietet. Unter Anleitung lernen die Kinder und Jugendlichen das Skaten, also Fußstellung, Lenken, Beschleunigen und Bremsen. Dadurch sollen nicht nur Koordination und Geschick, sondern auch Zusammenhalt und Selbstbewusstsein gefördert werden.

Seit 2016 bietet Westenergie deshalb die Workshops mit Skate Aid an, wie Westenergie-Kommunalmanager Dirk Krämer berichtet. Kinder und Jugendliche hätten zwei Tage lang ein abwechslungsreiches Ferienprogramm. „Zusätzlich wird durch die pädagogische Kraft des Skateboardens die persönliche Entwicklung gefördert.“ Die Workshops seien beliebt. Immer mehr Kommunen machten mit.

Xanten ist zum ersten Mal dabei. Mit der Jugendkulturwerkstatt Exit hat die Stadt einen idealen Ort für den Workshop: Im Gebäude können die Kinder und Jugendlichen mittags essen, in der Skatehalle am Vormittag und Nachmitttag auf ihren Brettern die verschiedenen Rampen herunterrollen. „Skateboarden verbindet“, sagt Bürgermeister Thomas Görtz. „Es ist großartig zu beobachten, mit welcher Motivation und Leidenschaft die Kinder und Jugendlichen dabei sind.“

(wer)