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Siegfried von Xanten: Kinderbuch erzählt die Geschichte des Drachentöters

Neues Kinderbuch über Siegfried von Xanten : Vom Jungen, der zum Helden wurde

Ein neues Kinderbilderbuch erzählt humorvoll und spannend die Geschichte des jungen Siegfried von Xanten. Am Sonntag stellen Autor und Illustrator es vor. Das Siegfriedmuseum zeigt dazu eine Sonderausstellung.

Sieglinde weint, als sie ihren Sohn verabschiedet. Sie, die Königin, hat ihm Kekse für die Reise eingepackt und ermahnt ihn, den Prinzen, er möge doch immer seine Zähne putzen. Der junge Siegfried aber lacht. Er stützt sich lässig auf sein Schwert, den Schild hält er mit der anderen Hand. Der junge Held strotzt vor Selbstvertrauen und kann es kaum erwarten, Abenteuer zu erleben. Seiner Mutter und seinem Vater sagt er zum Abschied: „Doch eines Tages komme ich wieder / dann singe ich euch Heldenlieder / von Höhlen, Schluchten, dunklen Wäldern / weit hinter Kevelaer und Geldern.“

So stellen sich Günter Frorath und Jürgen „Moses“ Pankarz die Szene vor, als Siegfried den elterlichen Königshof in Xanten verlässt, um hinaus in die Welt zu gehen und zu einer Hauptfigur der Nibelungensage zu werden. In einem neuen Kinderbilderbuch erzählen sie liebevoll, frech, witzig und spannend die Geschichte des jungen Helden. In lustigen Versen und detailreichen Bildern beschreiben sie, wie der junge Held den Nibelungenschatz findet, gegen Riesen kämpft, den Zwerg Alberich überlistet, den Drachen tötet und in dessen Blut badet. Damit endet das Kinderbilderbuch.

 Museumsleiterin Anke Lyttwin hält das Kinderbilderbuch „Jung-Siegfried“ und eine der Illustrationen daraus in den Händen.
Museumsleiterin Anke Lyttwin hält das Kinderbilderbuch „Jung-Siegfried“ und eine der Illustrationen daraus in den Händen. Foto: Armin Fischer (arfi)
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Die Intrigen am Hof in Worms und die Ermordung des Drachentöters durch Hagen von Tronje könnten Stoff für ein weiteres Buch sein. Frorath und Pankarz konzentrieren sich auf die Geschichte von „Jung-Siegfried“. So heißt deshalb auch ihr Buch. Zum Preis von 19,95 Euro ist es überall im Buchhandel und in der Tourist Information Xanten (TIX) erhältlich.

Am Sonntag,1. August, werden Frorath und Pankarz ihr Buch im Siegfriedmuseum vorstellen. Von 11 bis 13 Uhr und dann wieder von 15 bis 17 Uhr stehen Autor und Illustrator zum Signieren und für nette Gespräche zur Verfügung. „Da uns die Sicherheit unserer Gäste am Herzen liegt, möchten wir, dass alle weiterhin einen Mundschutz tragen“, sagt Museumsleiterin Anke Lyttwin. Gleichzeitig wird am Sonntag eine Sonderausstellung zum Buch eröffnet. Unter der Fragestellung „Kommen Helden aus der Provinz?“ geht es „um einen kleinen Helden, der auszog um die große Welt zu erobern“, berichtet Lyttwin.

 Autor Günter Frorath und Illustrator Jürgen „Moses“ Pankarz.
Autor Günter Frorath und Illustrator Jürgen „Moses“ Pankarz. Foto: Jürgen Pankarz

In einem Raum des Siegfriedmuseums wird die Entstehung des Buches erklärt: von der Idee und den ersten Skizzen bis zur Vollendung von „Jung-Siegfried“. Dazu werden Szenen aus dem Buch im Großformat gezeigt. Die Besucher erfahren auch, wer Vorbild für den Siegfried im Buch war. Das Museum ist am Sonntag, 1. August, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Sonderausstellung ist bis zum 1. November zu sehen. Sie ist eingebettet in das Themenjahr „Provinz“ des Museumsnetzwerks Kulturraum Niederrhein.

Von der ersten Idee und Skizze habe es mehr als zehn Jahre gedauert, bis die Abenteuer des Königssohns aus Xanten zwischen zwei Buchdeckel passten, berichtet Lyttwin. Frorath und Pankarz sei es gelungen, den schweren Stoff kindgerecht aufzuarbeiten, lobt die Fachfrau. Sie schwärmt von den „unheimlich schönen Zeichnungen“ und den humorvollen Texten. Der Xantener Leser wird darin auch einige lokale und aktuelle Bezüge finden, zum Beispiel den Dom, den „Luftkurort Xanten“ und das Stadtwappen.

Am Ende ist sogar Komponist Richard Wagner zu erkennen. Zusammen mit anderen Menschen steht er im Ziegelhof. Den Zusammenhang erklärt Museumsleiterin Anke Lyttwin: Mit seiner Oper „Der Ring der Nibelungen“ habe Wagner das heutige Germanenbild geprägt. Wie wir uns die Germanen vorstellten, habe also der Komponist stark beeinflusst. Aber das ist eine andere Geschichte. Wer mehr über sie erfahren möchte, findet sie in der Dauerausstellung des Siegfriedmuseums.

(wer)