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Xanten: Schwalbennest-Orgel: Der Bauverein wirbt um jeden Euro

Xanten : Schwalbennest-Orgel: Der Bauverein wirbt um jeden Euro

Mit besonderen Angeboten soll die Spendenbereitschaft erhöht werden. Das neue Instrument kostet geschätzt eine Million Euro.

Das Vorhaben einer neuen Schwalbennestorgel im Dom stößt in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. Geschätzte eine Million Euro muss der 2017 gegründete Orgelbauverein einsammeln, um das Projekt umzusetzen. Das Interesse daran ist groß, zur zweiten Infoveranstaltung im Kapitelsaal kamen rund 60 Besucher. "Wir haben allen Grund, den Plan positiv anzugehen. Es wäre eine Blamage, wenn wir die neue Orgel nicht hinbekommen würden", sagte zum Beispiel Christiane Underberg, die frühere Vorsitzende des Dombauvereins.

Die Befürchtung, dass das Thema zerpflückt werden könnte, stand im Raum. Alt-Bürgermeister Alfred Melters erinnerte an die, wie er sagte, "erbitterte Auseinandersetzung" vor einigen Jahrzehnten um den Lettner im Dom. Der Streit ging sogar so weit, dass einige Gegner später aus der Gemeinde wegzogen. Auch um den Standort der jetzigen Orgel wurde heftig gerungen. Am Ende wurde mit dem Westportal nicht der bestmögliche Standort gefunden. Melters betonte, wie wichtig es sei, die Menschen möglichst frühzeitig einzubeziehen. "Ich rate, so schnell wie möglich die Pfarrgemeinde einzubinden."

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Die jetzige Orgel aus den 70er Jahren entspricht nicht den musikalischen Ansprüchen eines Doms. Regionalkantor Matthias Zangerle hat eine lange Liste von Klagen erstellt. Er spricht unter anderem von "Defiziten am Spieltisch" und von einer umständlichen Bedienung sowie einem falschen Standort: "Sie steht viel zu weit hinten und zu tief." Den Registern fehle die Wärme im Klang.

"Durch die Spanplatten haben wir ein völlig anderes Resonanzverhalten als bei einer Orgel aus Vollholz", erläuterte er. "Diese Orgel wurde nicht Generationen übergreifend gebaut. Wenn wir es so lassen, haben wir in 40 Jahre wieder die gleichen Probleme", sprach er sich gegen eine Generalüberholung aus. Eine neue Schwalbenestorgel an der Nordseite der Stiftskirche wird, da ist Zangerle sicher, im Viktor-Dom ihre Klänge voll entfalten können.

Den Kauf einer gebrauchten Orgel lehnte der Kirchenmusiker ab. Das Instrument müsse optimal auf den Dom abgestimmt sein. "Xanten hat hier auch eine Verpflichtung. Wir sollten alles daran setzen, dass es in einigen Jahrzehnten nicht wieder heißt: Hätten wir doch damals . . .", erklärte Zangerle.

Hauptaufgabe des im vergangenen Mai gegründeten Orgelbauvereins ist das Einsammeln von Spenden. "Sie sind ein wesentlicher Baustein", sagte sein Vorsitzender Karl Schmitz. Mit verschiedenen Angeboten möchte der Verein die Spendenbereitschaft erhöhen. Vorstellbar seien zum Beispiel Patenschaften für die Finanzierung einzelner Orgelpfeifen und Besichtigungen anderer Orgeln.

Der Vereinsvorsitzende hofft nicht nur auf große und kleine Spenden aus der Bürgerschaft. "Wir sind auch auf Fördermittel und Unterstützung von Firmen angewiesen", skizzierte er weitere Adressaten. "Es kommt auf uns alle an." Immerhin konnte Schmitz schon von einem höheren Betrag über mehrere 100 Euro berichten, die ein Besucher in die Spendenbox im Dom geworfen hat.

Dompropst Klaus Wittke reagierte in der Sitzung auf den Hinweis aus den Reihen der Besucher, man solle die soziale und karitative Arbeit der Kirche nicht aus den Augen verlieren. Xanten habe eine sehr engagierte Caritas, bekräftigte der Propst. "Wir müssen aber auch anderes im Blick behalten. Es ist ein Spagat."

Weitere Infos zu dem Projekt, zu Spendenmöglichkeiten und Mitgliedschaft gibt es beim Orgelbauverein, Kapitel 8, Tel. 02801 71310 oder per E-Mail an orgelbauverein-xanten@ t-online.de

(kump)