Xanten: Schützen pflegen das Hagelkreuz

Xanten: Schützen pflegen das Hagelkreuz

1763 wurde das Original in Vynen erstmals erwähnt. Wahrscheinlich ist es sogar deutlich älter. Es überstand beide Weltkriege. Seit vier Jahrzehnten hat es einen neuen Standort.

Jesus Christus nicht als gequälter Menschensohn, sondern als der zufrieden über die Äcker und Felder schauende Heiland im Jugendstil dargestellt: So charakterisierte vor vier Jahrzehnten zur Eröffnungsfeier der damalige Brudermeister der Schützenbruderschaft St. Martin 1551, Josef Decker, den Corpus am Hagelkreuz in Vynen. Damals wurde es von Kaplan Golks am neuen Standort an der Straße von Vynen nach Marienbaum auf Höhe des Feuerwehrgerätehauses eingesegnet und der Bevölkerung übergeben.

Seit 1970 kümmern sich die Schützen um die Pflege des Kreuzes. Ein spezielles Team hält das rund 1500 Quadratmeter große Areal etwas abseits der Straße in Schuss. "Ein wesentlicher Bestandteil unserer Tätigkeit ist die Pflege von Denkmälern", erläutert der heutige Brudermeister Heinz Stiers.

Unterstützung hierfür erhalten sie aus der Bevölkerung. Für die Pflege der großen Rasenfläche gingen die Schützen in den vergangenen Monaten fleißig Klinkenputzen, um Geld für einen neuen Aufsitz- und einen Handrasenmäher zu sammeln. Über 4000 Euro kamen durch Privatspenden und Sponsoren zusammen.

Das Hagelkreuz ist möglicherweise über 300 Jahre alt, "erstmalig erwähnt wurde es in einer Flurkarte von 1763", sagt Stiers. "Vielleicht ist es sogar noch älter bis zurück ins 16. Jahrhundert." Mehrmals wurde das Kreuz ausgetauscht und erneuert. "Es überdauerte beide Weltkriege. Erst ein Orkan 1949 zerstörte die 400 alte Linde, unter der es stand", berichtet der Brudermeister weiter.

Trotz aller Pflege verschlechterte sich der Zustand des Kreuzes. "Darum wurde 1975 der Neubau beschlossen", sagt Stiers. Damals stand auch eine Flurbereinigung bevor. Äcker wurden zum Beispiel neu zugeschnitten, Teile der Kreuzstraße verlegt.

Für das Kreuz selbst wies die katholische Kirche der Schützenbruderschaft ein anderes Grundstück zu, auf dem sie dann in Eigenleistung das neue Hagelkreuz errichtete. Eine moderne Interpretation, über dessen Form Pfarrer Alfons Albers damals urteilte: "Dazu gehört schon Mut." Denn hinter dem Kreuz mit dem Korpus erheben sich zwei weiße, dreieckige Platten aus Waschbeton.

Sie sollen gegen Umwelteinflüsse schützen. "Seit jeher suchten die Menschen Schutz und Zuflucht am Hagelkreuz. Stille Gebete, Bitten an den lieben Gott gehören ebenso wie freudige Momente oder einfach mal Ausruhen und Abschalten zu den Geschichten, die es erzählen könnte", hieß es im vergangenen September zur Feier anlässlich des 40-jährigen Bestehens an diesem Standort. Damals wurde auch das Ziel ausgegeben, bis zu diesem Frühjahr das Geld für die beiden neuen Rasenmäher zu sammeln. Jetzt hieß es: Ziel erreicht.

(pek)