Schottisches Festival Xanten 2019: In Xanten waren die Schotten los

Traditionelles Festival : In Xanten waren die Schotten los

Tausende kamen am Wochenende zum Ostwall, um das 13. Schottenfestival zu erleben. Frauen, Männer und Kinder traten in Wettbewerben gegeneinander an, und eine gebürtige Schottin feierte ihren Junggesellinnenabschied.

Wer kennt sie nicht, die Highland Games aus Schottland? Eben diese wurden am Wochenende von mehreren Tausend Besuchern des 13. Xantener Schottenfestivals im Kurpark am Ostwall bewundert. Dort wurden Gewichte geworfen, Strohsäcke mit der Mistgabel über Hindernisse geschleudert, Baumstämme über einen abgesteckten Parcours gezogen und noch sieben weitere Disziplinen absolviert.

Bis zu 20 Teams zu jeweils sechs Mitgliedern traten gegeneinander an. Jürgen Stickelbrock, der Vorsitzende des Deutschen Highland Games Verbandes, sieht die Frauen des Verbandes weltweit ganz vorne. So haben zwei von ihnen im vergangenen Jahr einen Weltmeister-Titel geholt. „In meinem Heimatverein, dem Nettetaler Highlander Verein, wird die Bemerkung ‚Du wirfst wie ein Mädchen` als Kompliment angesehen“, resümiert Stickelbrock mit einem Augenzwinkern.

Aber es ging am Wochenende nicht nur um Kraft und Geschicklichkeit, sondern auch um Musik: Eine der großen Dudelsack-Meisterschaften Deutschlands fand auf dem Xantener Festival statt. Am Samstag stellten sich etwa zehn Teams und am Sonntag 30 Einzelspieler dem Urteil der Juroren. Die Auftritte waren genauso umringt wie die sportlichen Wettkämpfe. Bewundernd verfolgten die Besucher die Darbietungen. Die Musiker gehören der Bagpipe Association of Germany, dem deutschen Dachverband der Dudelsackspieler an. Hier ist Anna Kummerlöw die Vorsitzende. 32 Bands sind Mitglieder im Verband. „Zu wenig“, findet Kummerlöw, „es gibt viel mehr Bands in Deutschland, aber viele sind eben nicht organisiert.“

Ein unvergessliches Wochenende erlebte Rachel Bernards aus Wuppertal. Der gebürtigen Schottin hatten ihre Freundinnen einen besonderen Junggesellinnenabschied beschert: den Besuch der Highland Games in Xanten. Dabei heiratet Rachel Bernards erst im Oktober. „Aber dann sind keine Games mehr“, sagte eine ihrer Freundinnen. „Deswegen haben wir den Junggesellinnenabschied auf dieses Wochenende vorgezogen.“ Die Frauen durften sich in einigen Disziplinen der Highland Games versuchen. Dass sie Spaß hatten, war ihnen anzusehen.

Bei den Dudelsack-Meisterschaften traten Teams wie die German Lowland Pipes and Drums Xanten auf. Foto: Randolf Vastmans
Für den Junggesellinnenabschied extra aus Wuppertal angereist: Rachel Bernards (M.) mit Freunden. Foto: Randolf Vastmans
Diana Borchard aus Kreuzau beim Hammerwerfen, einer Disziplin bei den Highland Games. Foto: Fischer, Armin (arfi)
Ein Dudelsackspieler tritt vor einem Schiedsrichter auf. Foto: RP/Markus Werning

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. An zahlreichen Ständen wurden typisch britische Getränke und Speisen angeboten. Zum Teil bildeten sich lange Schlange davor. Wer ein Andenken erwerben wollte, kam ebenfalls nicht zu kurz.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So war das Schottische Festival 2019 in Xanten

Mehr von RP ONLINE