Xanten: Schneller Durchblick

Xanten : Schneller Durchblick

Im Marienhospital Orsoy wurde eine nagelneue Röntgenpraxis eingerichtet. Kostenpunkt: rund 140000 Euro. Sie soll den Patienten aus Rheinberg und dem Umland Wege verkürzen und lange Wartezeiten ersparen.

Im Marienhospital Orsoy wurde eine nagelneue Röntgenpraxis eingerichtet. Kostenpunkt: rund 140 000 Euro. Sie soll den Patienten aus Rheinberg und dem Umland Wege verkürzen und lange Wartezeiten ersparen.

RHEINBERG-Orsoy Weite Anfahrtswege und vor allem die manchmal schier endlosen Wartezeiten – das alles brauchen Röntgenpatienten aus Rheinberg und Umland nicht mehr in Kauf zu nehmen. So jedenfalls die Hoffnung der St.-Josef-Krankenhaus GmbH. Seit Mitte Oktober hat die Moerser Gesellschaft in ihrer Orsoyer Dependance St. Marienhospital eine moderne Röntgenpraxis eingerichtet. Der Träger St. Josef sah nämlich im Bereich Röntgendiagnostik in Orsoy einen hohen Bedarf für die Patienten aus dem Rheinberger Raum. „Die Patienten müssen jetzt nicht mehr extra nach Moers oder Wesel fahren“, erklärte Ulrike Wellner (Öffentlichkeitsarbeit).

Immer neue Vorgaben

Dr. Heinz-Josef Janßen, Facharzt für Diagnostische Radiologie, schilderte gestern, dass im Raum Rheinberg viele Hausärzte nach und nach das Röntgen eingestellt haben. Insbesondere in der Röntgendiagnostik liegen die gesetzlichen Standards sehr hoch und werden immer wieder zum Wohle der Patienten modifiziert. Anpassungen der Gerätschaft an die gesetzlichen Vorgaben sind mit erheblichen Kosten verbunden, die zum Teil für die Arztpraxen das Röntgens unrentabel machten.

Digitale Röntgentechnik

Orsoy kann in die Bresche springen: „Wir haben noch Kapazitäten frei. Patienten bekommen sofort einen Termin und warten hier maximal eine halbe Stunde“, erläuterte Dr. Janßen. Zum Vergleich: Im St. Josef Krankenhaus können die Wartezeiten mitunter auch mal vier bis sechs Wochen dauern.

Das Orsoyer St. Marienhospital ist jetzt mit einer hochmodernen Röntgenanlage mit digitaler Filmentwicklung ausgestattet; die digitale Röntgentechnik ermöglicht es, die Bilder auf Speicherfolien zu sichern, die anschließend ein Auslesegerät ausliest. Auf Monitoren wertet der Arzt die Aufnahmen dann aus. Für den Hausarzt ist die Herstellung einer CD oder der Ausdruck der Röntgenbilder auf Folie möglich. Das Röntgengerät für konventionelle Röntgendiagnostik bringt erhebliche Pluspunkte mit: Bessere Leistungsfähigkeit, weniger Fehlaufnahmen und vor allem die Reduzierung der Strahlenbelastung.

Insbesondere die Strahlenbelastungsreduzierung lässt in der neuen Röntgenpraxis auch das Röntgen von Kindern zu. Kinder dürfen nur auf Geräten mit geringerer Strahlenbelastung geröntgt werden. Aufgrund des Wachstums ist das Gewebe bei Kindern empfindlicher als bei Erwachsenen. Auch für ältere Patienten bringt die Röntgenpraxis einen Gewinn: Die Röntgenanlage ist auf Menschen mit körperlichen Einschränken anpassbar.

Die Röntgenpraxis ist fast fertiggestellt. Zusätzliche Renovierungsmaßnahmen und weitere Geräte benötigt die neue Praxis allerdings jetzt noch. Das sind zusätzliche Kosten in Höhe von zirka 60 000 Euro.

(RP)
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