Xanten: Schneider fordert Agrarwende

Xanten: Schneider fordert Agrarwende

Der Landtagsabgeordnete möchte, dass Nitrat-Grenzwerte verschärft werden.

Über die "Länderklausel" in der Gülleverordnung sollen für den Niederrhein verschärfte Nitrat-Grenzwerte gelten, fordert der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider. Eine solche Regelung könne für besonders betroffene Gebiete in NRW herangezogen werden.

In der vergangenen Woche hatte eine Diplom-Geologin im DBX-Verwaltungsrat ein Gutachten über die Qualität des Trinkwassers und ihre Prognosen für die kommenden Jahrzehnte vorgestellt. Sorgen bereiten die hohen Nitratwerte. Diese sind vor allem auf die Düngung der Äcker zurückzuführen.

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"Die Situation der Landwirte ist nicht einfach. Sie brauchen den maximalen Ertrag, wir alle aber sauberes Trinkwasser", reagierte nun SPD-Politiker Schneider auf den Bericht. Seine Kernforderung: Die schwarz-gelbe Landesregierung müsse die "Länderklausel" nutzen. "Für die Wasserversorger wird es immer schwieriger und zugleich immer teurer, die geforderten Grenzwerte für Trinkwasser einzuhalten. Am Ende werden womöglich die Verbraucher für die notwendige Aufbereitung zur Kasse gebeten. Das darf nicht passieren", betont er. Doch die Landesregierung zeige bislang kein Engagement, die Spirale aus wirtschaftlichem Druck auf die Bauern durch eine generelle Agrarwende zu stoppen. "Im Gegenteil: Die Möglichkeit einer gesetzlichen Verschärfung schlossen CDU und FDP bereits in ihrem Koalitionsvertrag aus."

Eine neue Düngeverordnung von März 2017 könnte nach Ansicht Schneiders den Umweltschutz bei konsequenter Umsetzung stärken und eine Preissteigerung beim Trinkwasser ersparen. Dabei komme der "Länderklausel" eine besondere Rolle zu. Ohne eine Kehrtwende jedoch könnten sich die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen, befürchtet Schneider. Das wäre eine Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent. Eine vierköpfige Familie müsste dann im Jahr über 130 Euro mehr bezahlen.

(pek)