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Schauspieler Patrick Harrell aus Xanten: „Ich habe den beste Nebenjob der Welt“

Schauspieler aus Xanten : „Ich habe den besten Nebenjob der Welt“

Der 29-jährige Patrick Harrell arbeitet hauptberuflich als Elektroniker, in seiner Freizeit schauspielert er. Der Xantener war bereits in Serien wie „Alarm für Cobra 11“ zu sehen. Der stressige Rollenwechsel mache ihm Spaß.

„Spaß“ ist ein Wort, das Patrick Harrell oft benutzt, wenn er vom Schauspielern spricht. Immer unterwegs, ständig neue Leute und andere Rollen – was für viele nach Stress und Aufwand klingt, bringt Harrell zum Schwärmen: „Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass ich damit Geld verdiene. Es macht einfach so viel Spaß“, sagt der 29-Jährige.

Er schauspielert so gerne, dass er seine Freizeit dafür aufwendet. Hauptberuflich arbeitet er als Elektroniker in Duisburg, nebenberuflich ist er Schauspieler. Dafür geht zwischendurch auch mal ein Wochenende oder ein Arbeitstag drauf. Sein Chef unterstützt ihn „zu Hundert Prozent“, alles sei mit ihm abgesprochen, erzählt Harrell. Auch wenn es zwischendurch spontan wird: „Manchmal bekomme ich einen Anruf, dass wir am Montag drehen. Dann muss alles schnell geregelt werden.“ Solange er seinen Hauptberuf nicht vernachlässige, sei das mit dem Schauspielern kein Problem. Und das bekomme er ziemlich gut hin. Eben weil die Schauspielerei sich nicht wie ein Job anfühle, sondern wie ein Hobby.

Puderpause vor der nächsten Szene in der Serie „Alles was zählt“. Foto: Patrick Harrell

Bis zu seinem 19. Lebensjahr hatte er die Schauspielerei gar nicht auf dem Schirm. Ein Kumpel brachte ihn auf die Idee: „Er meinte zu mir: ‚Du bist witzig, gesprächig und offen. Und du siehst nicht schlecht aus. Probier‘s doch mal.‘“ Was als Witz begann, wurde ziemlich schnell ernst. Harrell bewarb sich bei dem Kölner Produzenten Filmpool, bekannt für Serien wie „Berlin – Tag und Nacht“, „Auf Streife“ oder „Verdachtsfälle“. Er wurde zum Casting eingeladen und überzeugte – nur wenige Wochen danach erhielt er einen Anruf, ob er Interesse hätte, mitzumachen. Harrell sagte sofort zu und bekam seine erste Rolle: In der Fernsehserie „Köln 50667“ bekam er eine kleine Rolle.

An die Zeit erinnert sich der heute 29-Jährige gerne zurück: „Für meine erste Rolle war das der perfekte Einstieg. Wir haben uns am Drehbuch orientiert, durften zwischendurch aber auch spontan sein und improvisieren“, erzählt er. Nach und nach bekam Harrell immer mehr Angebote, zum Beispiel für die Serie „Alarm für Cobra 11“. Danach kehrte er zu „Köln 50667“ zurück und spielt dort den Nico aus der Autoraser-Szene. „Hat mich ein bisschen an den Film ‚The Fast and the Furious‘ erinnert“, sagt er augenzwinkernd. Aber auch Werbespots und ein Kinofilm waren schon dabei: Eine kleine Rolle spielte er in dem Drama „Il Traditore“. Dort hatte er die Möglichkeit, mit der brasilianischen Schauspielerin Maria Fernanda Cândido zu arbeiten. „Es war richtig hilfreich, zusammen die Texte durchzugehen und von ihr zu lernen“, sagt er.

Besonders gern erinnert er sich an die Zusammenarbeit mit Martina Hill. In einer Parodie der Serie „First Dates“ spielte er die Rolle des Jay. Das Video wurde innerhalb weniger Wochen zwei Millionen Mal aufgerufen, die Kommentare waren durchgängig positiv. „Es ist schön, etwas zu machen, was den Zuschauern gefällt“, sagt Harrell.

Dass er nie Schauspielunterricht nehmen musste und als Quereinsteiger sofort eine Rolle bekam, schreibt er seiner Familie zu. Sein Cousin Nelson Walker arbeitet als Schauspieler in Hollywood und hat schon mit Schauspieler Charlie Sheen zusammengearbeitet. Mit seinem Vater sei der Xantener schon in seiner Kindheit kreativ gewesen, sie hätten immer viel herumgealbert und gesungen. Auch seine Herkunft sei ein Grund, warum ihm das Schauspielern so leicht falle. Sein Vater ist amerikanischer Soldat, erst mit zehn Jahren zog Harrell mit seiner Familie nach Deutschland. Amerikaner seien generell ein wenig offener und lockerer, das helfe ihm bei seinem Job. „Ich bin einfach dafür geboren“, sagt Harrell.