Sonsbeck: Schaden in Millionenhöhe

Sonsbeck: Schaden in Millionenhöhe

Eine Million Euro Sachschaden, jedoch keine Umweltschäden: So stellte sich gestern die Bilanz des Großfeuers bei KS-Recycling in Sonsbeck dar. "Die Sicherheitssysteme haben funktioniert", resümierte Feuerwehrchef Markus Janßen.

Seit gestern Vormittag ist der Brandort — die Energiezentrale des Recycling-Unternehmens an der Raiffeisenstraße in Sonsbeck — wieder freigegeben. Die Brandermittler der Kriminalpolizei haben ihre Arbeit abgeschlossen und einen technischen Defekt in einem Heizkessel als Ursache des Großfeuers ermittelt. Der Brand brach am Mittwochabend gegen 21 Uhr aus, gegen 1.30 Uhr rückten die letzten Einheiten der Feuerwehren wieder ab. Sonsbecks Feuerwehrchef Markus Janßen erläuterte gestern im Gespräch mit der RP, warum die Sicherheitssystem funktioniert haben.

Brandabschnitte: Der Recycling-Betrieb ist mit seinen Anlagen und Gebäuden in Brandabschnitte mit hohen Widerstandsklassen gegen Feuer eingeteilt. Das bedeutet, dass die Gebäude und Anlagen im Brandfall bautechnisch so ausgelegt sind, dass sie gegeneinander geschützt sind. Das Feuer kann nicht sofort auf andere Betriebseinrichtungen übergreifen.

Dies habe sich auch am Mittwochabend beim Einsatz gezeigt. Den Kernbrand im Energiezentrum des Unternehmens hatte die Feuerwehr bereits nach 30 Minuten unter Kontrolle. Ohne die beiden Gasflaschen mit Acetylen in der Heizzentrale hätte der Feuerwehreinsatz zwei Stunden früher (er dauerte bis 1.30 Uhr) beendet werden können. Die Flaschen mussten mit Wasserwerfern intensiv gekühlt werden, damit sie nicht explodierten. Nach Abschluss der Löscharbeiten und dem Abtransport der Gasflaschen wurde der Brandort mit Wärmebildkameras auf eventuelle Glutnester untersucht — ohne Befund.

Explosion am Brandort? In einem Videobeitrag im Internet (You tube) ist sowohl eine dichte schwarze Rauchwolke über dem Brandort zu sehen als auch ein Knall zu hören. Der Knall sei nach dem Aufsteigen der Rauchwolke zu vernehmen; er könne also nicht ursächlich für das Feuer sein.

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Umweltschäden? Der dichte, schwarze Qualm über der Brandstelle war auch nach Einschätzung der Feuerwehr giftig. Deshalb wurde bei der Bezirksregierung in Düsseldorf sofort der Messwagen des Landesumweltamtes angefordert. Messungen ergaben, dass Giftstoffe weder in der Luft nachgewiesen noch konnten Emissionen im umliegenden Wohngebiet festgestellt wurden. Wegen der günstigen Wetterlage zog der Rauch sofort ab und konnte sich in der Höhe verflüchtigen. Auch dies belege das Video im Internet.

Kontaminierung des Erdreichs? Die Anlagen des Unternehmens stehen auf wasserdichtem Sperrbeton. Das kontaminierte Löschwasser und der Löschschaum wurden in eigenen Auffangsystemen gesammelt.

Gefahrenabwehr: Das Alarmierungssystem hat sich bewährt. Alle drei Sonsbecker Löschzüge waren sofort am Brandort. Mit den benachbarten Feuerwehren konnte an Ort und Stelle eine Einsatzreserve gebildet werden. Aus Alpen und Xanten wurden die Drehleiterwagen hinzugezogen. Spezialfahrzeuge aus Moers stellten die Versorgung der Mannschaften mit schwerem Atemschutz sicher, der bei dem Einsatz ständig gebraucht wurde. Außerdem brachten die Moerser Reserven an Löschschaum mit. Janßen : "Den haben wir allerdings nicht mehr benötigt."

(RP/rl)
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