RVR will Kooperationsstandort in Sonsbeck bis 2021 planerisch sichern

Auch auf Sonsbecker Gebiet : RVR will Kooperationsstandorte schon 2021

Die Planungen sollen zeitlich deutlich vorgezogen werden. Die Gemeinde Sonsbeck reagiert verärgert. Man werde noch einmal das Gespräch mit dem RVR suchen und mit Nachdruck die eigenen Bedürfnisse darlegen.

Die Aufregung war groß, die Diskussionen hitzig. Mehrere Wochen debattierten Ende vergangenen Jahres die politischen Ausschüsse, Gemeindeverwaltung und Bürger über die Pläne des Regionalverbands Ruhr (RVR), auf rund 46 Hektar Fläche Industriebetrieben die Ansiedlung im Sonsbecker Südwesten zu ermöglichen. Eine Bürgerinitiative gründete sich, um das zu verhindern, die Politik stritt sich über Für und Wider. Im Januar stand eine Entscheidung: Man akzeptiert die Ausweisung eines sogenannten Kooperationsstandorts, forderte den RVR aber gleichzeitig auf, die Fläche auf 24 Hektar zu verkleinern und wird das Gelände vorerst nicht baulich entwickeln (wir berichteten).

Doch hinter diesem Vorhaben steht nun wieder ein Fragezeichen. Denn der RVR hat bekannt gegeben, die Kooperationsstandorte durch ein vorgezogenes Regionalplan-Änderungsverfahren schon frühzeitig festzurren zu wollen. „Wir peilen das erste Quartal 2021 an“, sagt RVR-Sprecher Jens Hapke auf Nachfrage unserer Redaktion. Offizielle Begründung: Man wolle den künftigen Standort-Kommunen planerische Sicherheit verschaffen. „Diese Argumentation kann ich nachvollziehen, sie trifft für Sonsbeck aber nicht zu“, sagt Bürgermeister Heiko Schmidt.

Der zeigt sich gleichzeitig deutlich verärgert über das Vorgehen des RVR: „Es ist nicht in Ordnung, dass wir als Verwaltung immer erst aus der Presse von den Vorhaben des Regionalverbands erfahren. Daher werden wir nun darauf drängen, uns auch persönlich noch einmal mit der RVR-Verwaltung zusammen zu setzen.“ Man wolle zudem mit Nachdruck klar machen, dass die in den von der Gemeindeverwaltung eingereichten Stellungnahmen formulierten kommunalen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Derweil beteuert RVR-Sprecher Hapke: „Die bisherigen Stellungnahmen und Einreichungen von Anwohnern und Kommunen werden auch im vorgezogenen Verfahren berücksichtigt.“ Ob diese allerdings auch zu Änderungen an den Plänen führen würden, konnte er nicht sagen. „Das ist Abwägungssache innerhalb des Verfahrens.“ Das weiß auch Bürgermeister Schmidt. Natürlich habe man zunächst keine Entscheidungshoheit, „das obliegt der Verbandsversammlung des RVR.“ Doch im späteren Verlauf des Prozesses hinge die tatsächliche Umsetzung des Kooperationsstandortes dann ja immer noch davon ab, ob man die Fläche auch baulich entwickeln werde oder nicht.

Die Sonsbecker Bürgerinitiative „Rettet die grüne Perle“ hat derweil angekündigt, zunächst einmal das Gespräch mit der Verwaltung suchen zu wollen, um die neuesten Entwicklungen bewerten zu können.

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