Xanten: "Rohrzangenmissionare" feiern Jubiläum

Xanten: "Rohrzangenmissionare" feiern Jubiläum

Den Wasserhahn aufdrehen, das kühle Nass plätschert nur so raus – das ist nicht überall selbstverständlich. Das erkannten vor über 25 Jahren einige Mitglieder der St.-Viktor-Gemeinde Birten und riefen den Verein "Wasser für Gobabis" 1984 ins Leben.

Seither bauten die Mitglieder in namibischen Missionsstationen bei Gobabis unter anderem eine funktionierende Wasserversorgung auf. Jetzt feierte der Verein etwas verspätet sein Jubiläum in der Birtener Gaststätte "Zum Amphitheater". "Letztes Jahr hatten wir noch so viel zu tun, deshalb haben wir die Feierlichkeiten auf den Jahresanfang gelegt", erklärte Schriftführer Thomas Terschlüsen. "Wir wollten, dass alle Leute, die die letzten 25 Jahre mitgefahren sind, zusammenkommen und sehen, was sie erreicht haben."

Mit einigen Liedern stimmte der Birtener Kirchenchor auf die gemütliche Jubiläumsfeier ein. Der Chorvorsitzende Theo Zumkley sprach Glückwünsche aus: "Wir gratulieren dem Verein und freuen uns, dass wir 1985 mit den Einnahmen aus einem von unserem Kirchenchor, dem Gindericher und dem Büdericher Chor damals organisierten Chorabend eine Starthilfe geben konnten". Die Mitglieder zeigten sich glücklich, Teil eines solchen Vereins zu sein. "Ich war 2008 in Namibia. Es ist beeindruckend, die begeisterten Kinder zu sehen. Da scheinen die Probleme, die hier herrschen, nicht mehr wichtig zu sein", erzählte Vereinsmitglied Hanne-Lore Denneßen.

Schriftführer Thomas Terschlüsen zeigte viele Bilder, der Vorsitzende Willi Spettmann kommentierte die Fotos. Die Aufnahmen ließen schnell erkennen, welche wertvolle Arbeit die Vereinsmitglieder geleistet haben. Zu sehen waren sanitäre Anlagen, aus dem Hahn sprudelndes Wasser und die strahlenden Gesichter von Kindern, die davon trinken. Ebenso präsentierte Terschlüsen Fotos von Computerräumen – und immer wieder begeisterte Kinder. Den Jungen und Mädchen gilt das Engagement der "Rohrzangenmissionare", wie Spettmann die Truppe witzelnd nannte, ganz besonders.

Die engagierten Vereinsmitglieder sehen ihre Aufgabe noch lange nicht am Ende, wie Terschlüsen betonte: "Letztes Jahr haben wir einen Container mit Materialien im Wert von 40000 Euro nach Namibia geschickt. Ohne die große Spendenbereitschaft, wäre das gar nicht möglich." Es gebe immer noch viel zu tun. 120 Mitglieder hat der Verein. Einmal im Jahr fährt eine Arbeitsgruppe nach Namibia. Neben Brunnen und sanitären Anlagen wurde unter anderem auch für eine Stromversorgung gesorgt, wurden Küchen gebaut, Schulgebäude mit Computerräumen geschaffen.

www.wasser-fuer-gobabis.de

(RP)