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Rock am Dick in Sonsbeck: Mit Spreewaldgurken zum Festival

Rock-am-Dick-Festival in Sonsbeck : Die Menge hat noch Bock auf Rock

Das Sonsbecker Festival Rock am Dick war nach zwei Jahren Pause wieder ein Riesenerfolg. Die Veranstalter, Alko SBK, hatten sich für den Einlass etwas Originelles einfallen lassen. Was Spreewaldgurken damit zu tun hatten.

Zwei Jahre mussten die Fans des Sonsbecker Rock am Dick coronabedingt auf ihr Festival verzichten. Doch am Samstag war es endlich wieder so weit, zehn Acts ließen die Erde am Heideweg zittern. Dabei hatten die Veranstalter im Vorfeld Zweifel gehegt, ob der Erfolg des Events nach der zweijährigen Pause an den früheren anknüpfen könne.

„Haben die Leute überhaupt noch Bock aufs Feiern“, hatte sich Anna-Marie Evers vom Organisations-Team gefragt. Sie hatten und kamen zuhauf. Die Kapazität hatte der Veranstalter, die Allgemeine Konzert Organisation Sonsbeck (Alko SBK) heruntergeschraubt. Statt 999 Besuchern, wie in den Jahren zuvor, waren diesmal „nur“ 800 zugelassen. „Wir wollten damit die vielen Helfer ein wenig entlasten“, erklärt Anna-Marie Evers. Tickets konnte man online buchen, doch da kurz vor dem langersehnten Tag noch viele übrig waren, entschloss sich die Alko SBK zur Einrichtung einer Abendkasse. Betrug der Preis hier normalerweise 35 Euro, ließ sich das Orga-Team etwas Besonderes einfallen. Wer ohne Ticket, aber entweder mit einem Glas Original Spreewaldgurken, einer Flasche Sekt oder in Begleitung einer aus drei Personen bestehenden Wahlfamilie erschien, für den sollte der Preis auf 30 Euro reduziert werden. Viele machten von einer dieser Optionen Gebrauch und so kam einiges an Gurkengläsern und Sektflaschen zusammen, von Wahlfamilien ganz zu schweigen.

 Lara (v.l.) war zum ersten Mal beim Festival dabei, während Saskia, Björn und Olli das Event seit 2007 nicht auslassen.
Lara (v.l.) war zum ersten Mal beim Festival dabei, während Saskia, Björn und Olli das Event seit 2007 nicht auslassen. Foto: Randolf Vastmans
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Dass den Gästen das Fest gefehlt hatte, konnte man ohne große Anstrengung feststellen. Saskia, Björn und Olli, die das Rockfestival seit 2007 jedes Jahr besuchen, waren begeistert, dass es wieder losging. „Man kennt die Leute und wir sind wie eine große Familie“, schwärmt Björn, während auf der Bühne die Xantener Band Black Ochid die Luft akustisch zum Schwingen brachte. Olli bestätigte, „Das Festival gehört mittlerweile zu unserem Leben. Ich käme auch, wenn es kein Freibier gäbe“. Aus der Clique war nur Lara zum ersten Mal hier und schon nach kurzer Zeit sowohl von der Atmosphäre als auch von der Musik begeistert. „Tatsächlich ist es so, dass wir uns hier wie auf einem großen Klassentreffen vorkommen“, wusste auch Anna-Marie Evers zu berichten. Viele Weggezogene nutzten das Rock am Dick für einen Heimatbesuch.

Auch die mitwirkenden Bands waren mehr als zufrieden. Die Gruppe Sinnfrei aus Düsseldorf, bestehend aus Christian, David, Simon, Kay, Nils und nicht zuletzt Chris, der am Samstag aber leider nicht dabei sein konnte, machte zum ersten Mal mit. Ihre Musik, den Ska Punk, beschrieb Christian so: „Wie Reggae, nur schneller“. Zu ihren Instrumenten gehört sogar eine Trompete. Ihr Auftritt war der Abschluss des Konzertes und fand gegen 23.30 Uhr statt. Bis dahin ließen sie es sich im Backstage-Bereich gutgehen. „Wir wurden eingeladen und sind begeistert von den Menschen und der hervorragenden Organisation“, schwärmte Christian und die anderen nickten zustimmend.

Bis kurz nach Mitternacht dauerte die Veranstaltung an und es war bereits weit vorher abzusehen, dass die meisten Besucher im nächsten Jahr wieder dabei sein werden, wenn ihnen nicht wieder ein Virus einen Strich durch die Rechnung macht. Doch daran wollte am Samstag keiner denken. Am Festival-Abend zählten nur die Musik, die Gemeinschaft und das Erlebnis Rock am Dick. „Wer weiß schon, was nächstes Jahr ist“, sagte Olli, ehe er sich wieder ins Getümmel stürzte.

(rava)