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Rhein-Schifffahrt ab Xanten: Mit 900 PS nach Duisburg und zurück

Rhein-Schifffahrt ab Xanten : Mit 900 PS nach Duisburg und zurück

Die Niederrhein Flotte hält mit ihren Fahrgastschiffen regelmäßig auch am Rhein-Anlieger in Xanten. Die Senioren Union nutzte die Gelegenheit für einen Ausflug mit der Germania zum größten Binnenhafen der Welt.

Mit 900 Pferdestärken, aufgeteilt auf drei Motoren mit jeweils 300 PS, legt die Germania vom Anlieger an der Xantener Rheinfähre ab. An Bord des 62 Meter langen und 9,50 Meter breiten Passagierschiffes befinden sich 60 Mitglieder der Xantener Senioren Union und viele andere Gäste, von denen die meisten bereits seit Rees dabei sind. Am Ruder sitzt Rainer van Laak. Der 65-Jährige hat sich im Jahr 2001 selbständig gemacht. Vor vier Jahren hat er das Schiff an den jetzigen Eigner verkauft und betreibt es seitdem als Geschäfts- und Schiffsführer. Bis zu 600 Gäste finden hier Platz.

Die Tour nach Duisburg mit anschließender Rundfahrt durch den größten Binnenhafen der Welt startet, wie alle anderen Touren auch, vom Liegeplatz des Schiffes in Rees. „Da wir auf der Fahrt sowieso Xanten passieren, nehmen wir auch hier fahrplanmäßig Fahrgäste auf“, sagt van Laak. Das ist bei den Touren, die in die Niederlande führen, anders. Dann würde ein Halt in Xanten die Fahrt um bis zu zweieinhalb Stunden verlängern, erklärt er.

 Mit dem Schiff über den Rhein zum größten Binnenhafen der Welt: In Xanten stiegen 60 Mitglieder der Xantener Senioren Union zu.
Mit dem Schiff über den Rhein zum größten Binnenhafen der Welt: In Xanten stiegen 60 Mitglieder der Xantener Senioren Union zu. Foto: Randolf Vastmans
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Ruhig gleitet das Schiff gegen die Strömung durchs Wasser. Heute ist Heinz Wellmann mit an Bord. Auch er ist 65 Jahre alt und begleitet so manche Tour mit seinen kompetenten und humorvollen Erklärungen. Normalerweise führt er Gäste als Nachtwächter durch die Reeser Geschichte, wo er sie für anderthalb Stunden in die mittelalterliche Vergangenheit der Stadt eintauchen lässt.

Etwas zu erklären, ist er also gewohnt. Sein Wissen über die Details und Orte entlang des Stroms ist bemerkenswert. So erzählt er vom Rheinübergang der Alliierten, von der Sprengung der Eisenbahnbrücke bei Wesel, von der heute noch imposante Reste vorhanden sind und vom höchsten Bauwerk Nordrhein-Westfalens, dem Sendeturm in Wesel-Büderich mit einer Höhe von 320,8 Meter. Ob es Details über das stillgelegte und vor dem Rückbau befindliche Steag Kraftwerk in Voerde, die Gastronomie am Götterswickerhammer Rheinufer, die Renaturierung der Emscher, die heute als sauberer Fluss bei Dinslaken in den Rhein mündet, oder die ehemalige Papierfabrik in Walsum sind – Hein vom Rhein, wie das Reeser Original liebevoll genannt wird, weiß alles.

Bei solchen Touren stellt er eine Entlastung für Rainer van Laak dar, der sonst persönlich die Erklärungen übernimmt. Selbstverständlich kennt sich Hein auch im größten Binnenhafen der Welt hervorragend aus, so dass die Fahrgäste das neu erstandene Wissen auf der Rückfahrt verinnerlichen können. Jetzt hat der Hein vom Rhein Pause.

Unterwegs servieren die Servicekräfte auf dem Schiff Frühstück, kleine Mahlzeiten sowie Kaffee und Kuchen. Natürlich gibt es auch andere Getränke mit und ohne Alkohol. Nach etwa sechs Stunden legt die Germania wieder in Xanten an und entlässt ihre zufriedenen Fahrgäste, bevor sie ihren Weg weiter nach Rees fortsetzt.

Weitere Halte in Xanten gibt es im Liniendienst. Hier fährt die Germania mittwochs dreimal von Rees nach Wesel und nimmt auch in Xanten Fahrgäste auf. Bei diesen Fahrten können auch Fahrräder mitgenommen werden. Ansonsten ist es möglich, das Schiff ganzjährig für Gruppen zu buchen. Alle Fahrten finden ab einer Zahl von 40 Fahrgästen statt. „Ab 90 kommen wir langsam ins Plus“, erklärt Rainer van Laak.

(rava)