Sonsbeck: Renner beim Frühlingsfest: dicke Socken

Sonsbeck: Renner beim Frühlingsfest: dicke Socken

Die Rückkehr des Winters hat die Sonsbecker Geschäftsleute gestern beim verkaufsoffenen Sonntag viele Kunden gekostet. Die Kinder aber ließen sich die gute Laune nicht verderben. Sie zählten die Osterhasen in Schaufenstern.

Gähnende Leere in der City und Geschäftsleute mit langen Gesichtern. Das hatte sich die Sonsbecker Werbegemeinschaft ganz anders vorgestellt. Mit Luftballontrauben in allen Farben wollten sie Besucher aus nah und fern zum Frühlingsmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag locken. Doch statt dem angekündigten "Frühling in Sonsbeck" erwartete die wenigen Gäste ein Wintertag mit eisigem Wind und Temperaturen im Minusbereich.

"Unser Frühstück nach dem Aufbauen bestand aus Glühwein. Mit dem Wetter müssen wir leben, den Frühlingsmarkt verschieben können wir nicht, weil sich die Händler auf einen festen Termin verlassen möchten", sagt Marktleiter Markus Janßen. Für Bürgermeister Heiko Schmidt sind solche Märkte an verkaufsoffenen Sonntagen dennoch enorm wichtig: "Sie bieten uns die Gelegenheit, den Ort mit all seinen Möglichkeiten zu präsentieren. In Zukunft würden wir gern unsere Märkte am Alttor- und Neutorplatz noch attraktiver gestalten."

Zu den frierenden Händlern auf dem Alttorplatz zählt auch Edith Leusenk. Die Moerser Sockenverkäuferin hat sich mit ihrem Angebot ans Wetter angepasst: "Ich hab' noch schnell die dicken Winterstrümpfe eingepackt. Die sind heute der Renner." Die Frage nach der passenden Kleidung stellt sich für Maria Bullmann und Anna Maria Becker nicht. Die Teenager sind als Osterhasen im Dauereinsatz, verkauften Überraschungseier. "Es sind ganz viele Gutscheine der Sonsbecker Geschäfte und Restaurants drin, Nieten gibt es nicht", so Bullmann.

Beliebter Anlaufpunkt für Freunde frischer Gänseeier ist der Stand von Julia Baumanns. Um die frostigen Temperaturen erträglicher zu machen, hat die Frau aus Sevelen ihren Backofen mitgebracht. "Das Show-Backen wärmt, und die Florentiner Plätzchen sind lecker", sagt sie. Zu den Neulingen des Sonsbecker Frühlingsmarktes zählt das Sozial-Kaufhaus Emmaus, das die Besucher mit einem ganzen Lkw voller gebrauchter Schätzchen erwartetet.

Das Hauptinteresse der ehrenamtlichen Emmaus-Helfer gilt aber nicht dem Verkauf, sagt Dagmar Peters: "Viele Sonsbecker wissen gar nicht, dass es uns gibt. Wir wollen uns vorstellen und erklären, was wir machen. Zum Beispiel, dass bei uns der Mensch im Vordergrund steht." Der Gedanke an Nachhaltigkeit beschäftigt auch Erika Grabarz. Die Frau aus Geldern-Pont streicht alte, von Gebrauchsspuren gezeichnete Möbel weiß an und verwandelt sie mit aufgeklebten Servietten oder Häkeldeckchen in Kunstwerke.

Basteln für den guten Zweck stand zuletzt auch auf dem Plan der Religionsklasse von Gudrun Bongartz. Entstanden sind bunte Osterhasen aus Papier und Stoff, die von Viertklässlern der Wichern-Schule gegen eine Spende für eine Schule in Indien angeboten wurden.

Unterdessen gehen viele Kinder mit einer langen Liste Sonsbecker Geschäfte auf Hasenjagd. "In den Schaufenstern sitzen Stoffhasen. Die müssen wir alle zählen. Wenn wir richtig liegen, können wir Gutscheine gewinnen", erklärt Maryam Oral. Viele Geschäftsleute warteten mit besonderen Aktionen und Preisen auf. Der Sonsbecker Tauchshop etwa verloste einen Schnupper-Tauchkurs in 26 Grad warmem Wasser. Ein Preis, der an diesem Wintertag besonders begehrt war.

(erko)