Reiseaquarelle und Fotografie im Naturforum

Kunst in Xanten: Die Welt des Nordens auf Leinwand

„Unterwegs zum Nordkap“ heißt die neue Ausstellung, die am Sonntag, 11. November, im Naturforum eröffnet wird.

Christoph Koch ist Niederrheiner aus Überzeugung. Aber einmal im Jahr, da muss er raus, „das befruchtet meine Arbeit“. Die skandinavischen Länder haben es dem Kunstmaler aus Wesel besonders angetan. Diesen Sommer hat sich der 60-Jährige einen lang gehegten Wunsch erfüllt, ist mit seiner Frau und zwei Söhnen zum Nordkap gefahren. Um Urlaub zu machen, ja sicher, das auch. Aber vor allem, um zu malen.

Das Ergebnis ist ab Sonntag, 11. November, im Naturforum auf der Bislicher Insel zu sehen: „Unterwegs zum Nordkap“ ist eine Ausstellung mit 30 Reiseaquarellen von Christoph Koch und Naturfotografien von Heiner Langhoff überschrieben, die um 11 Uhr eröffnet wird und bis zum 16. Dezember zu sehen ist. Wobei: „Vielleicht sollten wir um 11.11 Uhr eröffnen“, sagt Koch augenzwinkernd mit Blick auf den 11. November.

Koch und Langhoff teilen eine Leidenschaft: Die Liebe zur Natur. Den Norden haben beide schon oft besucht und sich von den einzigartigen Landschaften mit ihrer beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt inspirieren lassen. Schottland, Irland hat Christoph Koch schon bereist, auch in Venedig war er vor einigen Jahren mal. „Das war ein Ausbüchser, weil jeder Künstler, mit dem ich ins Gespräch kam, sagte: Da musst du mal hin und malen.“ Hat er dann auch getan und sogar im dortigen Nationalmuseum ausgestellt. Aber wie gesagt, die skandinavischen Länder haben es ihm angetan – bis auf Finnland, das ist im zu schwermütig.

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Und er gerät noch immer ins Schwärmen, wenn er an die Reise in den Sommerferien zum Nordkap zurückdenkt. Das Wetter sei traumhaft gewesen, ideal zum Malen. „Als wir mit unserem Kleinbus Richtung Stockholm fuhren, da war alles schön grün. Als wir nach drei Wochen wieder zurück fuhren, war alles trocken, verdörrt.“ Die Hitze hatte auch Skandinavien in Griff. Das hielt Christoph Koch aber nicht davon ab, jeden Tag seine Malkiste und die Malblätter auszupacken, die der Vater von fünf Kindern zwischen elf und 28 Jahren immer dabei hat, wenn er auf Reisen geht. Er malt gegenständlich, gleichwohl aber auch abstrakt. Die Weite, das Licht spiegelt sich in seinen Bildern wider. Tuschezeichnungen, Aquarelle, Öl auf Leinwand: Die japanischen Künstler sind sein Vorbild. Ewald Mataré, die Maler um die Jahrhundertwende inspirieren ihn.

Schon mehrfach hat der Weseler Christoph Koch seine Bilder im Xantener Naturforum gezeigt. Für die jetzige Ausstellung hat er insgesamt 30 Bilder ausgesucht, die alle auf der Reise zum Nordkap entstanden sind. „Ich suche die Bilder so aus, dass die Ausstellung einen Klang ergibt. Das muss harmonieren. Ich nehme die Besucher quasi mit auf meine kleine Reise“, erzählt der Kunstmaler, der an der staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf studiert und sein Atelier in Wesel hat. Und in der Tat: Grenzenlose, unverbaute Weite, Fjälls als Toteislandschaften, Wälder, Moore, Seen und Küstenlandschaften laden ein zum Erwandern, Genießen und Erkunden. Genau wie die ziehenden Ren-Gruppen, Elche, Schneehühner, Prachttaucher und Steinadler von Heiner Langhoff.

Info: Die Ausstellung „Unterwegs zum Nordkap“ ist ab Sonntag, 11. November, im Naturforum auf der Bislicher Insel täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Dauer:
11. November bis 16. Dezember.