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Sonsbeck: Rauchen? Wir nicht!

Sonsbeck : Rauchen? Wir nicht!

Die Klasse 6b der S'Grootenschule Sonsbeck macht mit beim Projekt "Be smart – don't start". Ziel ist es, Schüler so lange wie möglich von Zigaretten wegzuhalten. Eine Reise und andere Preise winken bei Erfolg.

Die Klasse 6b der S'Grootenschule Sonsbeck macht mit beim Projekt "Be smart — don't start". Ziel ist es, Schüler so lange wie möglich von Zigaretten wegzuhalten. Eine Reise und andere Preise winken bei Erfolg.

Die Gewissensfrage an die Schüler der 6b: Hat jemand schon geraucht? Wir nennen auch nicht die Namen! Siehe da, es heben sich doch einige Hände. Hier durfte mal einer an der Kippe seines Onkels ziehen, dort hat ein Junge die elektrische Zigarette seines Vaters ausprobiert. Komisch habe das geschmeckt. "So bäh!"

Kein Grund, auf die Hauptschule Sonsbeck herabzusehen. "Sie werden in allen Schulformen Sechstklässler finden, die sogar regelmäßig rauchen", weiß die kommissarische Schulleiterin Monika Labmeier. Das Rauchen sei nach wie vor verbreitet. "Es gibt Eltern, die das schlicht als gegeben ansehen." Und die gesundheitlichen Risiken würden in vielen Familien ignoriert. Klar, an der Schule ist das Rauchen wie in anderen öffentlichen Bereichen inzwischen verboten. "Es verschieben sich aber nur die Bereiche, in denen geraucht wird." Die Lehrer verlassen das Schulgelände, und die Schüler — wo ein Wille ist, da findet sich eine heimliche Ecke.

Die Frage der Erfolgschancen

Die 6b der S'Grootenschule macht da nicht mit. Sie nimmt teil an "Be smart — don't start" ("Sei schlau, fang nicht an"). Ziel des Projekts: Schüler so lange wie möglich von Zigaretten fernzuhalten. Mitmachen können sechste bis achte Klassen. Aber Monika Labmeier sieht's ganz nüchtern: Die Erfolgschancen in einer siebten Klasse wären wohl recht gering. Denn die Schüler verpflichten sich, ein halbes Jahr lang (bis April 2012) keine Zigarette anzurühren — weder zu Hause noch in der Schule noch sonst irgendwo.

Hannelore Hapke, zusammen mit Monika Labmeier Klassenlehrerin der 6b, hatte die Idee. Zunächst mussten mindestens 90 Prozent der Schüler sich einverstanden erklären und den guten Vorsatz in einem Vertrag festhalten. Alle haben unterschrieben, obwohl nicht jeder wirklich Lust darauf hatte. Wie Marcus, der jetzt aber doch "Bock" hat. Denn jeden Freitag kriegen die Schüler Fragen zum Thema Rauchen gestellt, für deren richtige Beantwortung es Gummibärchen und Ähnliches gibt. Beispiel: Wer war wohl der erste Europäer, der das Rauchen kennenlernte? Antwort: Columbus (weil Tabak in Amerika heimisch war).

Einmal wöchentlich ist Ehrlichkeit gefragt. Dann müssen die Schüler angeben, ob sie geraucht haben. Und jeder trägt's in eine Liste ein: Ein fröhlicher "Smiley" steht da für eine zigarettenlose Woche. Lauter lachende kleine Gesichter sind bislang auf dem Papier zu sehen. Ob jemand dabei schon mal geflunkert hat? Kein Kommentar. Aber die gegenseitige Kontrolle (oder Unterstützung) gehört zum Projekt. So darf jeder Schüler unter seinen Klassenkameraden bis zu zwei "Vertrauensleute" wählen. "Wenn jemand kurz davor steht, zu rauchen, spricht er mit seinen Vertrauenspersonen", erklärt Angelina, die ihre Freundin Melanie zur Vertrauensperson gewählt hat.

"Davon stirbt man schneller . . ."

Im Biologie-Unterricht bei Hannelore Hapke lernt die Klasse zudem, wie das Rauchen der Gesundheit schadet. "Davon stirbt man schneller", ruft jemand in die Klasse. Eine Einsicht, für die allerdings kein Bio nötig wäre. "Das steht ja auf der Zigarettenpackung . . ."

(RP)