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Post für Alpen und Sonsbeck kommt aus Xanten

Neues Verteilzentrum der Post : Post für Sonsbeck und Alpen kommt aus Birten

Deutsche Post und DHL verlegen Zustellstützpunkt für Briefe und Pakete ins Xantener Gewerbegebiet und haben dort Platz zu wachsen.

Im Advent steigt das Aufkommen an Postsendungen auf das Doppelte – eine Zeit also, in der Brief- und Paketboten täglich Schwerstarbeit verrichten. Da trifft es sich gut für die rund 25 Bediensteten, die Adressaten in Alpen und Sonsbeck beliefern, dass es jetzt an der Basistation deutlich leichter geworden, ihren Job zu erledigen. Die finden am neuen Stützpunkt im Xantener Gewerbegebiet am Birtener Ring deutlich bessere Arbeitsbedingungen. In der großen Halle finden die Zusteller für Xantens kleine Nachbargemeinden wieder zusammen. Der Zustellstützpunkt Sonsbeck ist bereits vor zehn Jahren aufgelöst, die Zusteller sind nach Xanten an den Standort Im Niederbruch entsandt worden. Jetzt kam das Aus für den Standort an der Ulrichstraße in Alpen, wo auf mehreren Etagen gearbeitet werden musste.

Dort war’s in Zeiten, in denen der boomende Internethandel das Paket-Aufkommen rasant ansteigen lässt, der Platz längst deutlich zu knapp geworden. Hinzu kam, dass die Lkw, die die Fracht aus dem Verteilzentrum Duisbug morgens anliefern, in der ohnehin engen Gasse arg manövrieren mussten – und das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kindergarten.

Am neuen Standort fahren die gelben Lastwagen mit reichlich Platz morgens rückwärts an die Tiefbettrampe, wo auf Rollwagen vorsortierte Pakete mit Staplern ebenerdig ausgeladen werden und in der großen Halle auf die einzelnen Zusteller verteilt werden. Das passiert von 7.15 Uhr an. Bis gegen 9.30 Uhr sind auch die Briefe zu den Boten gebracht, die ihre Autos unter einem Vordach bei Wind und Wetter beladen können. Dann schwärmt die gelbe Flotte – einen Postboten mit dem Fahrrad gibt es nun nicht mehr – nach 10 Uhr aus. Das mag recht spät erscheinen, Ein früherer Start ergebe wenig Sinn, „weil dann nicht sichergestellt werden kann, dass Sendungen innerhalb eines Tages zugestellt werden“, erläutert Gerwin Affeldt, Leiter der Stützpunkte Niederrhein in Wesel. Er nannte den Stützpunkt Birten ein „Prachtstück“. 7500 Pakete werden hier pro Woche auf den letzten Weg nach Alpen oder Sonsbeck gebracht und bis zu 70.000 Briefe.

Er überreichte dem Investor Joachim Tenhaef, der nebenan seit vier Jahren seinen Obst- und Gemüsegroßhandel betreibt, zum offiziellen Start des Stützpunktes Alpen/Sonsbeck einen kleinen Strauß Blumen. Der Nachbar brachte als Geschenk eine Kiste mit Mandarinen mit. Er freue sich, so der Gindericher, dass hier jetzt „25 gute Arbeitsplätze“ entstanden seien, deutlich mehr, als wenn hier die Pläne fürs Krematorium umgesetzt worden wären. Das hatten Tenhaef und Mitstreiter seinerzeit vehement bekämpft.

Die Hülle der Halle hat er gebaut, ehe er mit der Deutschen Post ins Geschäft gekommen ist. „Es handelt sich hier nicht um einen standardisierten Zustellstützpunkt“, so Lars Volmer, Abteilungsleiter Brief im Verteilzentrum Duisburg. Doch in enger Absprache mit Investor Tenhaef sei ein moderner Gebäudekomplex entstanden, der allen Anforderungen für zügige Postgeschäfte gerecht werde. Und die Anlage lasse deutlich Luft nach oben. Denn vornehmlich das Paketaufkommen wachse jährlich um bis zu zehn Prozent. In der Folge kämen absehbar Jahr für Jahr bis zu vier Arbeitskräfte dazu.

Diese gute Nachricht erfreut besonders Xantens Wirtschaftsförderer Christian Boßmann. Denn ein neues, zudem dynamisch wachsendes Unternehmen bringt nicht nur Jobs sondern zahlt auch in die Steuerkasse der Stadt.