1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Placidahaus in Xanten: Stefan Feltes geht in den Ruhestand

Placidahaus-Leiter geht in den Ruhestand : Zum Abschied gibt es ein Stück des Xantener Doms

Stefan Feltes hat 17 Jahre lang das Placidahaus in Xanten geleitet. Nun geht der gebürtige Rheinberger mit 65 Jahren in den Ruhestand. Als Andenken bekam er Bodenplatten geschenkt.

Es wurde ein kurzer Abschied. Eine große Feier war wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Die Propsteigemeinde und das Kollegium hatten Stefan Feltes aber auch nicht einfach so in den Ruhestand gehen lassen wollen. „Es ist wichtig, Danke zu sagen“, erklärte Propst Stefan Notz am Donnerstag. Und so gab es zumindest eine kleine Abschiedsrunde im Innenhof des Placidahauses in Xanten. Aus den Fenstern der ersten Etage schauten die Schüler zu.

17 Jahre lang habe Feltes das Berufskolleg geleitet, sagte Notz in einer kurzen Ansprache. Das Berufskolleg sei eine anerkannte und profilierte Einrichtung, „daran haben Sie maßgeblichen Anteil“. Er habe mit vielen gesprochen, berichtete Notz weiter, alle hätten Feltes als verantwortungsbewussten und kollegialen Menschen beschrieben, der sich für die Schüler und ihre Ausbildung eingesetzt habe. „Es lohnt sich, mit allen Kräften für dieses Haus zu arbeiten, Sie haben das getan.“ Anschließend überreichte er ein Geschenk an Feltes, das „etwas wiegt“: eine Bodenplatte aus dem Dom. Dessen Boden wird erneuert, die alten Platten werden aussortiert, und Feltes hatte gefragt, ob er einige für sein Haus in Frankreich bekommen könne. Nun wurden ihm 40 Quadratmeter geschenkt.

„Ein tolles Geschenkt“, sagte Feltes. Er antwortete auf Notz’ Rede ebenfalls mit einer kurzen Ansprache. Der 65-Jährige bedankte sich bei Kollegium und Propsteigemeinde und würdigte die Leistung jedes einzelnen, dabei sprach er sie namentlich an. Von den Kollegen, die jetzt nicht dabei sein könnten, wolle er sich noch verabschieden, auch die Klassen werde er noch alle einzeln aufsuchen, kündigte er an.

Seine 17 Jahre als Leiter des Placidahauses umriss Feltes im Schnelldurchlauf, sprach dabei nicht von sich, sondern vom Kollegium: „Wir haben uns immer für gutes Lernklima eingesetzt.“ Das Berufskolleg sei am Niederrhein bekannter geworden, die Schülerzahlen hätten sich „sehr stabil“ entwickelt, auch deshalb, „weil wir uns an der Nachfrage der Schüler orientiert haben“, wenn es zum Beispiel um neue Bildungsangebote gegangen sei.

Nur kurz erwähnte er die Corona-Krise: Die vergangenen Monate seien „bizarr“ gewesen. Das nächste Schuljahr sei vorbereitet. „Das wird in geordneten Bahnen laufen.“ Er könne die Verantwortung für das Haus „sehr beruhigt und gelassen übergeben“. Er wandte sich auch persönlich an seine Frau Martina, die zur Feier gekommen war: In den 17 Jahren als Schulleiter habe er auch „Dinge mit nach Hause geschleppt“ – Themen, die ihn beschäftigt hätten. Seine Frau sei immer für ihn da gewesen. „Ich danke Dir für die ganze Zeit, das hat mir gut getan und Kraft gegeben.“

Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt. Das Auswahlverfahren laufe, sagte Notz auf Nachfrage. Die Propsteigemeinde ist Träger der Schule. Das Berufskolleg bietet Aus- und Weiterbildungen im Sozial- und Gesundheitswesen an. Mehrere Hundert Schüler besuchen das Berufskolleg.