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Xanten: Pflege mit Ferienflair

Xanten : Pflege mit Ferienflair

Der Caritasverband Moers-Xanten richtet in Xanten 14 Kurzzeitpflegeplätze für Senioren an. Dazu hat er im Gebäude der Sankt-Katharinenschwestern am St.-Josef-Hospital Appartements angemietet.

Das Ganze atmet den Charme eine kleinen Pension. Die Räume, rund 35 Quadratmeter groß, sind nett eingerichtet, verfügen über eine Küchenzeile, Flachbild-TV, ein barrierefreies Bad: ein kleines Appartement, in dem man sich wohlfühlen kann. Das sollen die Gäste auch: Die 14 Räume im ersten Stock des Gebäudes der Katharinenschwestern am Xantener Krankenhaus sind für pflegebedürftige Senioren bestimmt, die eine Weile lang "auswärtig" betreut werden müssen. "Kurzzeitpflege Sankt Katharina" nennt der Caritasverband Moers-Xanten das neue Angebot. Er hat die komplett renovierten Räume vom Krankenhaus angemietet.

"Meistens sind Plätze in der Kurzzeitpflege in stationäre Betreuung in Altenpflegeheimen ,eingestreut'", erläuterte gestern Thomas Kegler, Fachbereichsleiter für ambulante Altenhilfe beim Caritasverband. "Solitäre" Plätze — also solche, die nicht an Pflegestationen gekoppelt sind — seien selten. Im Kreis Wesel gebe es von ihnen nur 70, gegenüber etwa 230 solcher an Stationen. Wobei Kegler stolz betont: "Im ganzen Bistum Münster gibt es keine solchen Plätze wie wir sie haben. Die Senioren sollen sich wie im Urlaub fühlen."

Ganz "solitär" steht die Kurzzeitpflege Sankt Katharina natürlich nicht da. Die räumliche Nähe zum Krankenhaus sei ein großer Vorteil, so Kegler. Die Caritas erwartet Synergieeffekte: "Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden und noch eine Zeit lang Pflege brauchen, könnten zu uns kommen. Außerdem können wir bei akuten Krankheitsfällen vom Know-how des Krankenhauses profitieren." Im selben Gebäude ist übrigens auch das Evangelische Fachseminar für Altenpflege untergebracht.

Sozialhilfeträger springt ein

Die Kurzzeitpflege springt zum Beispiel dann ein, wenn Senioren aus dem Krankenhaus entlassen werden und noch eine Weile Pflege brauchen. Oder wenn jemand in eine stationäre Einrichtung möchte, aber noch keinen Platz findet. Oder wenn die pflegenden Angehörigen eines Seniors Urlaub machen. Die Pflegekasse zahle für die Kurzzeitpflege einmal jährlich bis zu 1510 Euro. Senioren mit der Pflegestufe zwei könnten sich dafür einen 14-tägigen Aufenthalt erlauben, so Kegler. Bei Pflegestufe eins seien es knapp drei Wochen. Die maximale Dauer der Kurzzeitpflege ist auf 28 Tage beschränkt. Wohlbemerkt zahlt die Pflegekasse nur für den Pflegeaufwand. Kosten für Verpflegung und Unterkunft müssen die Gäste selbst tragen. "Wenn sie dies nicht können, springt in der Regel ohne große Komplikationen der Sozialhilfeträger ein", so Kegler. "Dort sagt man sich: Lieber zahlen wir drei bis vier Wochen Kurzzeitpflege als zehn Jahre Heim."

(RP)