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Xanten: O'zapft is – mit 26 Schlägen

Xanten : O'zapft is – mit 26 Schlägen

Mit dem traditionellen Fassanstich begann gestern das Xantener Oktoberfest. Gleichzeitig stellte Wiesnwirt Wilfried Meyer das Wiesn-Madel 2012 vor. Erstmals ist es eine Xantenerin: Verena Hemmers aus Obermörmter.

Kurz vorher hatte Tanko Scholten noch seine Brille gewienert. "Dann fühle ich mich sicherer", meinte er angesichts des Fasses, das er anstechen sollte. Kurz später haderte der Vorsitzende des FZX-Verwaltungsrates mit einer nicht versiegen wollenden Bierfontäne und holte ein ums andere Mal mit dem Holzhammer aus. Jubel, Klatschen, Lachen im Festzelt.

Am Ende brauchte Scholten rekordverdächtige 26 Schläge, bis er "O'zapft is" rufen konnte. Er stand inmitten eines Sees aus Bier — und Scherben: Zwischenzeitlich war Xantens Beigeordneter Thomas Goertz mit einem Maßkrug herbeigeeilt, um etwas von der Bierspritze aufzufangen; der Krug zerbarst unter einem der Holzhammerhiebe . . .

"Ein Prosit der Gemütlichkeit", schmetterten die "Original Gipfelstürmer", und mit ihnen ein Chor aus 400 Gästen des traditionellen Senioren-Nachmittags, mit dem das 14. Xantener Wiesnfest gestern begann. Zur Musik donnerten drei Böllerschüsse, abgefeuert von Ludger Rodermond und Willi Sengstock, Kanoniere der St.-Pantaleon-Schützenbruderschaft. Ein Auftakt nach Maß!

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Vier Wochenenden lang herrscht im Wardter Festzelt und in der Hütte davor "boarische Gmiatlichkeit". An allen zwölf Festtagen wird eine dabei sein: Verena Hemmers, das Wiesn-Madel 2012. Sie ist die zehnte in der Reihe der feschen Aushängeschilder des Oktoberfests — und die erste, die aus Xanten kommt. Die 23-Jährige wohnt in Obermörmter, macht seit der Kindheit Urlaub im Allgäu und war in den vergangenen Jahren stets Gast auf der Wardter Wiesn.

Eher aus Spaß habe sie sich beworben, erzählte die angehende Zahnarzthelferin, die bereits eine Ausbildung zur Kinderpflegerin absolviert hat. Bei FZX-Chef und Wiesenwirt Wilfried Meyer punktete sie mit "Sympathie und Ausstrahlung". Das Gesamtbild müsse stimmen, sagte Meyer. Dazu gehöre auch die Aufgeschlossenheit gegenüber der bajuwarischen Mentalität.

Verena Hemmers wird sich zum Beispiel unter die Festgäste mischen, beim Schützen-Oktoberfestzug am 21. Oktober mitmarschieren und zum Abschluss des Fests den Gewinner der Wiesn-Hitparade küren. "Ich habe eine ganze Liste mit Aufgaben bekommen", sagte das Wiesn-Madel, das mit einem feschen Dirndl ausstaffiert wurde und eine Aufwandsentschädigung bekommt.

Wie immer war der Name des Wiesn-Madels im Vorfeld ein großes Geheimnis. Nur der engsten Familie sowie ihrer besten Freundin durfte Verena Hemmers ihre Wahl anvertrauen. Und ihrer Oma Gerda Beckers, die gestern mit einer Freundin im Festzelt saß. "Sie hat gelacht und sich gefreut", freute sich seinerseits das Wiesn-Madel.

(RP/rl)