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Notarztstandorte in Xanten und Rheinberg: SPD erinnert Landrat an ein Wahlversprechen

Notarztstandorte in Xanten und Rheinberg : SPD erinnert Landrat an ein Wahlversprechen

In der Diskussion um die Notarztstandorte in Rheinberg und Xanten erinnert die SPD den Landrat an dessen Aussagen im Kommunalwahlkampf. Ingo Brohl hatte sich im Juli 2020 für den Erhalt der Standorte ausgesprochen.

Der Kreistag in Wesel soll in den nächsten Monaten entscheiden, ob die Notarztstandorte von Xanten und Rheinberg nachts in Alpen zusammengelegt werden. Die SPD erinnert Landrat Ingo Brohl deshalb daran, was er im Juli 2020, also im Kommunalwahlkampf, gesagt hatte. Er war damals auf einer Veranstaltung der CDU in Xanten gewesen und hatte sich für einen Erhalt des Notarztstandortes am St-Josef-Hospitals ausgesprochen. „Ich werde alles dafür tun, diesen Standort zu erhalten“,sagte Brohl. Unsere Redaktion berichtete darüber. Brohl, damals Landratskandidat der CDU, teilte den Bericht der Rheinischen Post auf seiner Facebookseite, zitierte daraus und schrieb dazu: „Für mich sind zwei Standorte und Notarztwagen (NEF) besser als einer und ein Krankenhaus ist für mich ein natürlicher Standort! Mit diesem Ziel trete ich an!“ Nach seiner Wahl teilte Brohl auf Anfrage unserer Redaktion mit: „Ich stehe zu meinem Wort.“

An seiner Aussage aus dem Juli müsse sich der gewählte Landrat heute messen lassen, sagte der Rheinberger SPD-Fraktionsvorsitzende Philipp Richter: „Herr Landrat Brohl hat in seinem Kommunalwahlkampf auf allen Kanälen angekündigt, dass er alles dafür tun werde, die Standorte zu erhalten. Ein Jahr später liegt das Thema wieder auf dem Tisch, jetzt muss er auch zu seinem Wort stehen und liefern.“ Darüber hinaus forderten die Rheinberger und die Xantener SPD den Landrat auf, erneut mit der Kassenärztlichen Vereinigung zu verhandeln, um den Erhalt der Notarztstandorte in der Nacht zu sichern. Das Thema sollte zudem breit und transparent unter Einbeziehung der betroffenen Kommunen diskutiert werden. Man könnte sonst den Eindruck gewinnen, dass die Kreisverwaltung unter Führung des Landrats das Thema still und leise über die Bühne bringen wolle, sagte Richter.

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Wie unsere Redaktion berichtet hat, sind die Einsatzzahlen der Notärzte in beiden Städten für das Jahr 2020 ausgewertet worden. Demnach wurden die Notärzte in Rheinberg im Durchschnitt 0,86 Mal pro Nacht gerufen und in Xanten 0,81. Nach Ansicht eines Gutachters sind es damit zu wenige Einsätze, um beide Standorte nachts besetzt zu lassen. Der Kreis Wesel hat deshalb drei Optionen vorgeschlagen: Entweder werden die Notarztstandorte nachts zusammengelegt, zum Beispiel in Alpen. Oder die Mehrkosten von 250.000 Euro, die durch den Erhalt der beiden Standorte in der Nacht entstehen würden, sollen von jemandem übernommen werden – vom gesamten Kreis oder von den beiden Städten Xanten und Rheinberg. Die Krankenkassen als Kostenträger seien dazu nicht mehr bereit, schreibt die Kreisverwaltung.

(wer)