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Notarztstandorte in Xanten und Rheinberg: Rainer Keller (SPD) fordert Erhalt auch in der Nacht

Debatte um Notarztstandorte : „Aus fragwürdigen Einsparungsgründen wird die Versorgungsqualität zusammengestrichen“

Der Bundestagsabgeordnete Rainer Keller fordert den Erhalt der beiden Notarztstandorte Xanten und Rheinberg. Sollten sie nachts zusammengelegt werden, befürchtet der SPD-Politiker „lebensbedrohliche Folgen“.

Ein weiterer Politiker spricht sich gegen die Pläne des Kreises Wesel aus, die Notarztstandorte Xanten und Rheinberg in der Nacht in Alpen zusammenzulegen. „Ich kann als langjähriger Rettungs- und Notfallsanitäter recht gut einschätzen, wie schwierig es würde, wenn ein so großes Gebiet von einem einzigen Notarzt betreut werden muss. Vor allem weil kein Back-up mehr da wäre, wenn dieser durch einen Einsatz gebunden ist“, sagte der Bundestagsabgeordnete Rainer Keller (SPD) bei einem Besuch des Xantener Krankenhauses. „Das ist bei den Entfernungen hier auf dem Land nicht machbar.“

Keller wies darauf hin, dass es keine Entscheidung der Bundespolitik sei, sondern eine originäre Aufgabe des Kreises. Trotzdem werde er sich „vehement für den Erhalt der Notarztstandorte Xanten und Rheinberg einsetzen“, versprach der Bundestagsabgeordnete, „weil ich die Entscheidung des Kreises über die Zusammenlegung für absolut falsch halte.“ Weiter kritisierte er: „Hier wird aus fragwürdigen Einsparungsgründen die Versorgungsqualität in einem nicht akzeptablen Maß zusammengestrichen, mit lebensbedrohlichen Folgen.“

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Hintergrund ist, dass der Kreis die Einsatzzahlen der Notärzte in Xanten und Rheinberg für den Zeitraum von Juni 2021 bis Mai 2022 evaluieren lässt. Anschließend soll der Kreistag darüber beraten, ob die beiden Standorte nachts in Alpen zusammengelegt werden. Dafür hatte sich ein Gutachter ausgesprochen. Er begründete seinen Vorschlag damit, dass die Notärzte nachts nicht genug Einsätze hätten, um zwei Standorte zu rechtfertigen. Durch die Zusammenlegung könnten die jährlichen Kosten nach Angaben des Kreises um 250.000 Euro sinken.

Für den Erhalt der beiden Notarztstandorte auch in der Nacht haben sich schon verschiedene Politiker ausgesprochen. Es habe sich also eine breite Front gegen die Pläne des Kreises entwickelt, konstatierten die Geschäftsführer des St.-Josef-Hospitals, Michael Derksen und Marco Plum. In Xanten ist der Notarzt am Krankenhaus stationiert. Die Klinik setzt sich für einen Erhalt ein. „Die beiden Einsatzgebiete sind deutlich zu groß für einen einzigen Notarztstandort, besonders im Norden des Gebietes wird dieser zukünftig nicht mehr in vertretbaren Zeitfenstern am Einsatzort eintreffen können“, warnte Derksen.

(wer)