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Notarztstandort: Xanten droht dem Kreis mit Düsseldorf

Debatte um Notarztstandort : Xanten droht dem Kreis mit der Bezirksregierung

In dieser Frage demonstriert die Xantener Politik Geschlossenheit: Sie fordert, dass ein Notarzt auch nachts in der Stadt stationiert bleibt. Dafür will sie alles unternehmen, was politisch und rechtlich möglich ist.

Der Rat der Stadt Xanten hat sich am Dienstagabend in einer Sondersitzung einstimmig für den Verbleib des nächtlichen Notarztstandortes am Sankt Josef Hospital ausgesprochen und angekündigt, alles politisch und rechtlich Mögliche für dessen Erhalt zu unternehmen. Sollte der Kreis Wesel trotzdem eine Abschaffung beschließen, werde die Verwaltung die Bezirksregierung Düsseldorf als Aufsichtsbehörde einschalten, sagte Bürgermeister Thomas Görtz (CDU). Die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Pankraz Gasseling und Olaf Finke, versprachen außerdem, ihren Parteifreunden im Kreistag deutlich zu machen, dass diese einer Verschlechterung der notärztlichen Versorgung in Xanten nicht zustimmen dürften. Darüber hinaus drohte Werner Paessens (BBX) damit, dass „wir mit den Bürgern auf die Straße gehen werden“, sollte der nächtliche Notarztstandort in Xanten geschlossen werden.

Der Kreistag soll in den nächsten Wochen über den neuen Rettungsdienstbedarfsplan abstimmen. Darin wird festgelegt, wo sich Rettungswachen und Notarztstandorte im Kreis befinden. Landrat Ansgar Müller (SPD) hatte die Kommunen aufgefordert, Stellungnahmen zum vorgelegten Entwurf abzugeben. Dafür setzte er ihnen eine Frist. Deshalb kam der Xantener Rat zu einer Sondersitzung zusammen.

Derzeit sind nachts in Rheinberg und Xanten Notärzte stationiert. Aber in der Kreisverwaltung hatte es in den vergangenen Monaten Überlegungen gegeben, beide abzuziehen, und stattdessen sollte ein Notarzt nachts von Alpen aus zu den Einsätzen fahren. Dagegen protestierten Xanten und Rheinberg. Daraufhin kündigte Müller an, dass sich vorerst nichts ändern werde, aber in einem Jahr die Einsatzzahlen überprüft werden sollten. Auch dagegen sprach sich in der vergangenen Woche der Rheinberger Stadtrat aus, am Dienstagabend folgte geschlossen die Politik in Xanten.

Die Stadtverordneten und auch die Vertreter der Verwaltung debattierten zum Teil sehr aufgebracht über die Vorschläge des Kreises. Sollten diese umgesetzt werden, werde es nachts keine verlässliche Notarztabdeckung mehr in Xanten geben, warnte die Stadt in ihrer Stellungnahme, die der Rat einstimmig beschloss. Ein Notarzt, der in Alpen stationiert sei, könne weite Teile des Xantener Stadtgebietes nicht in der vorgeschrieben Zeit erreichen. Und „gerade in der Notfallrettung entscheiden oft Minuten über Leben und Tod“.