Notarztstandort in Xanten und Rheinberg: Debatte geht weiter

Rettungsdienst : Debatte um Notarztstandorte geht weiter

Der Kreis Wesel macht noch keine Aussage zu Rheinberg und will die Einsatzzahlen in Xanten beobachten. Die Kommunen reagieren verschnupft und kämpferisch.

Die Zukunft des nächtlichen Notarztstandortes in Rheinberg ist weiter offen. Die Verhandlungen mit den Krankenkassen als Kostenträger des Rettungsdienstes dauerten an, teilte der Kreis Wesel auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Bisher liegt noch kein Verhandlungsergebnis vor.“ Für die vier Kommunen Rheinberg, Alpen, Sonsbeck und Xanten blieben aber auf jeden Fall zwei Notärzte in den Nachtstunden zuständig.

Unklar ist aber, wo die beiden stationiert sein werden. Am Mittwoch hatte der Kreis nur mitgeteilt, dass der nächtliche Notarztstandort in Xanten vorerst erhalten bleibe. Daraufhin forderte Rheinbergs Bürgermeister Frank Tatzel, dass die Kommunen über die weiteren Verhandlungen zum Rettungsdienst frühzeitig informiert würden. „Ich gehe davon aus, dass die Zusage des Kreises, dass eine rechtzeitige Beteiligung der betroffenen Kommunen erfolgt und auch noch genug Zeit bleibt für den politischen Beratungsprozess, eingehalten wird“, so Tatzel.

Der Kreis Wesel überarbeitet derzeit den Rettungsdienstbedarfsplan. Dieser bestimmt, wo sich Rettungswachen und Notarztstandorte befinden. Ein Gutachter hatte vorgeschlagen, dass die nächtlichen Notarztstandorte Xanten und Rheinberg in Alpen zusammengelegt werden. Dagegen protestierten die betroffenen Kommunen. Sie befürchten, dass der Notarzt künftig nachts mehr Zeit für den Weg zu einem Einsatz braucht – und im Notfall kommt es auf jede Minute an.

Trotz der Standortzusage könnte der nächtliche Notarztstandort in Xanten im nächsten Jahr wieder infrage gestellt werden. Die Einsatzzahlen würden beobachtet und die Situation in einem Jahr neu bewertet, teilte der Kreis mit. „Sollte sich die Notwendigkeit und damit Wirtschaftlichkeit des Standortes Xanten in der Nacht nach der Betrachtung aktuellerer Einsatzzahlen letztlich nicht belegen lassen, müsste die Standortfrage erneut durch den Rettungsdienstträger aufgegriffen werden“, teilte eine Sprecherin der AOK Rheinland/Hamburg mit. Rettungsdienstträger ist der Kreis Wesel. Die Krankenkassen sind Kostenträger.

Deshalb müsse Xanten damit rechnen, dass der Notarztstandort in einem Jahr erneut auf den Prüfstand gestellt werde, sagte der Xantener VdK-Vorsitzende Volker Markus. Der Sozialverband hatte in den vergangenen Wochen Unterschriften zum Verbleib des Notarztes in der Domstadt gesammelt. Alt-Bürgermeister Alfred Melters äußerte sich dennoch optimistisch, dass der Status quo erhalten bleibe. Die Argumente für den Notarztstandort in Xanten seien überzeugend, sagte der Vorsitzende des Fördervereins am Sankt-Josef-Hospital.

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