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Notarztstandort in Xanten: Landrat Angsar Müller spricht mit aufgebrachten Bürgern

Debatte um Rettungsdienst : Landrat stellt sich in Xanten aufgebrachten Bürgern

Bei einem Besuch von Ansgar Müller setzten sich Xantener für den nächtlichen Notarztstandort ein.

Landrat Ansgar Müller steht am Montagnachmittag auf dem Marktplatz in Xanten und sucht das Gespräch mit den Bürgern. Ein Thema ist nicht vorgegeben, es ist eine offene Sprechstunde. Sofort umringen neun Frauen den Politiker, einige sind aufgebracht. Die Debatte um den Rettungsdienst beschäftigt sie. Ihre Sorge ist, dass der Notarzt seine Patienten in Xanten nachts nicht mehr rechtzeitig erreichen könnte. Das wollen sie dem Landrat sagen, es ist eine günstige Gelegenheit. Zwar bietet Müller diese Marktgespräche regelmäßig an, aber abwechselnd in allen Städten des Kreises. Die letzte Sprechstunde dieser Art in Xanten liegt ein Jahr zurück.

Deshalb sind auch Alt-Bürgermeister Alfred Melters und Heinz Roters, Patientenfürsprecher am St.-Josef-Hospital, gekommen. Zusammen mit den Frauen reden sie auf Müller ein. Der Kreis hat den Rettungsdienstbedarfsplan überarbeiten lassen, dieser legt fest, wo sich Rettungswachen und Notarztstandorte befinden. Ein Gutachter hat vorgeschlagen, dass der Notarzt nachts nicht mehr in Xanten sta­tioniert wird, sondern in Alpen. Das haben Politik und Gesellschaft zwar abgewehrt. Aber in einem Jahr sollen die Einsatzzahlen nochmals überprüft werden. Die Verlegung nach Alpen ist also nicht vom Tisch.

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Dafür haben die neun Frauen und zwei Männer kein Verständnis. Wieso stelle die Politik etwas infrage, was gut funktioniere?, schimpft Ingrid Wolfram aus Lüttingen. „Was gut ist, sollte erhalten bleiben“, sagt Ursula Torkel aus Wardt. Viele Menschen glaubten, die unpopuläre Entscheidung sei nur verschoben worden, um die Wahl 2020 nicht zu gefährden, ergänzt Roters. Der Landrat widerspricht. Einen Verbleib des nächtlichen Notarztstandortes sagt er ihnen nicht zu, wohl aber, dass die Meinung der Bürger in den Beratungen berücksichtigt werde. Daraufhin sagt Kathi Schmidthüsen, Leiterin der „Aktiven Frauen“, dass sie weiter für den nächtlichen Notarztstandort kämpfen werden. „100pro“, ruft eine der anderen Frauen.