Xanten: Nord- und Südsee locken mit Gesundheit

Xanten: Nord- und Südsee locken mit Gesundheit

Spatenstich: Das Freizeitzentrum Xanten wird in den nächsten zwei Jahren für 3,7 Millionen Euro zur Gesundheitsoase umgebaut. Das Strand- wird zum Naturbad, es entstehen Kneippstationen und das Wegenetz wird angepackt.

Nein, eine Sauna ist nicht geplant, auch kein Raum für Massage oder Reha-Sport. Beides passte zwar ins Konzept, weil es der Gesundheit durchaus dienlich ist. Doch es würde den finanziellen Rahmen sprengen. Und es gibt ja auch viele andere Möglichkeiten, etwas für seine Gesundheit zu tun. Kneippen zum Beispiel, schwimmen, 15 Kilometer um zwei herrliche Seen wandern oder die Seenplatte mit dem Rollstuhl umfahren. Für 3,7 Millionen Euro wird in den nächsten zwei Jahren das Xantener Freizeitzentrum umgestaltet, aus dem Strandbad ein Naturbad gemacht, an fünf Stellen rund um Nord- und Südsee unter anderem Kneipp-Stationen eingerichtet. Gestern Mittag war Spatenstich für den ersten Bauabschnitt eines in NRW einzigartigen Projektes, das vom Land zu 80 Prozent gefördert wird. Geld übrigens, das aus dem gleichen Topf kommt wie das für den Kurpark am Ostwall.

"Gesundheitstourismus Xantener Nord- und Südsee" heißt das Projekt, mit dem die Stadt demnächst neben Dom, APX und Kurpark mit als weiterem Aushängeschild punkten kann. Axel Hoppe griff am Eingang des Strandbades in Wardt für den Regionalverband Ruhr (RVR), der mit 50 Prozent an der FZX GmbH beteiligt ist, zum Spaten, Für die beiden weiteren Gesellschafter, den Kreis Wesel und die Stadt Xanten, waren Ralf Berensmeier und Thomas Görtz dabei. Und natürlich Freizeitchef Wilfried Meier, Bauleiter Uwe Landman von der Firma Langenfurth Umwelt aus Voerde, der Xantener Architekt Thomas Frücht und die beiden Dortmunder Landschaftsarchitekten Marita Tegtmeier und Ralf Müller.

Im ersten Bauabschnitt wird das Strandbad zum Naturbad mit barrierefreien Zugängen zum Strand ausgebaut. In der Badebucht entsteht ein geschützter Schwimmbereich mit 1,30 Meter Wassertiefe, der über einen barrierefreien Steg erreicht werden kann - und sich auch als Trainingsort für Sportler eignet, die dort ihre 25-Meter-Bahnen ziehen können. Sand- und Strandbereich sollen deutlich vergrößert werden. Zentral hinter dem Infocenter entsteht eine barrierefreie sanitäre Anlage mit Dusche, Toiletten, Automatiktüren, Lift und Notsystemen. An zwei weiteren Stellen im Naturbad sind Umkleidebereiche kombiniert mit WC und Dusche geplant.

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Zwischen Info-Center und der Straße Am Meerend wird ein zentraler Platz angelegt als Scharnier zwischen Nord- und Südsee. Eine Bus-Schleife mit Blindenleitsystem und abgesenktem Bordstein ist geplant. Die Stadt verlegt für eine sechsstellige Summe die Bushalte "Jugendherberge" vors Strandbad, pardon: Naturbad. Bis zur Saison (Mai bis September) will man mit dem zentralen Platz fertig sein und während der Saison kleinere, den Badebetrieb nicht störende Arbeiten durchführen.

Ab Oktober wird aus dem Strand- ein Naturbad mit verschiedenen Becken. Das soll im Frühjahr 2019 fertig sein. Zeitgleich wird das 15 Kilometer lange Wegenetz rund um die beiden Seen in Angriff genommen. Am Nordostufer der Nordsee entstehen ein "autarkes Natur-WC" und am Ostufer der Südsee ein barrierefreies WC, an fünf Punkten Kneipp-Stationen (Baubeginn September) und ein Bewegungsparcours.

Im Dezember nächsten Jahres, so hoffen alle, die an dem Projekt "Gesundheitstourismus Xantener Nord- und Südsee" beteiligt sind, sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

(RP)