Xanten: Noch keine Notrufbänke für Xanten

Xanten: Noch keine Notrufbänke für Xanten

Der Vorschlag der Jungliberalen wurde erst einmal auf die lange Bank geschoben. Zu aufwendig sei das Projekt für Xanten. Die Mitfahrerbänke für die Dörfer, eine Anregung der CDU-Fraktion, sollen hingegen umgesetzt werden.

Die Durchnummerierung von Sitzbänken an Wegen, das Anbringen der Plaketten und das Einpflegen der Geodaten bei der Einsatzleitstelle ist doch keine große Aktion. Wirklich nicht? Ist es doch, mussten jetzt die Jungliberalen feststellen. Sie hatten den Vorschlag eingebracht, damit Menschen in Not schnell und unkompliziert im Park oder auf dem Spaziergang Hilfe herbeirufen und ihren Standort durchgeben können. Die Mitglieder von Hauptausschuss und Rat diskutierten lang und breit darüber. Nicht über den Sinn der Maßnahme. Der war allseits er- und anerkannt. Aber welche Bänke zuerst als Pilotprojekt? Zuerst nur Kurpark? Oder auch hoch zum Krankenhaus und rund die beiden Seen herum? Wie viel Aufwand ist damit verbunden? Wie viele Bänke überhaupt zum Start?

Zweimal zogen sich die Diskussionen hin, obwohl zwischendurch immer wieder durchschimmerte, dass es sich um kein Riesenprojekt handelte. Am Ende wurde die Entscheidung vertagt, auch wenn es zwischendurch Pankraz Gasseling (CDU) zu bunt wurde. "Lasst uns endlich anfangen", forderte er. Aber am Ende fehlte es den Ratsvertretern an verlässlichen Informationen, zum Beispiel über die Pflege der Geodaten und den damit verbundenen Aufwand.

Auf den Weg gebracht ist hingegen schon eine Entscheidung über Mitfahrerbänke. Die CDU-Fraktion hatte sie beantragt: Spezielle Sitzbänke an bestimmten Straßen dienen sozusagen als Haltestellen für Privatfahrzeuge. Ein Schild gibt den Zielort an. Autofahrer können dort Mitfahrer nach dem Anhalter-Prinzip auflesen und mitnehmen. Für die Verwaltung eine sinnvolle Ergänzung zu den Bussen in der Stadt.

Aber diese Mitfahrerbänke sollen keine Konkurrenz zum ÖPNV darstellen. "Da allein schon die Einkaufsmöglichkeiten in den Dörfern begrenzt sind, wäre ein zusätzliches Angebot über eine Mitfahrgelegenheit in das Stadtzentrum sicherlich hilfreich und würde zur besseren Mobilität beitragen. Darüber hinaus stärkt es die dörfliche Gemeinschaft - man kennt sich und man hilft sich", begründete CDU-Fraktionschef Pankraz Gasseling den Vorschlag.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erklärte auf Nachfrage der Redaktion, dass solche Mitfahrer versichert seien. Die Frage war auch im Ausschuss aufgetaucht. "Die Haftpflichtversicherung entschädigt etwaige Unfallopfer einschließlich der Mitfahrer des Unfallfahrers bis zur vereinbarten Mindestversicherungssumme", erläutert Christian Ponzel, Leiter Externe Kommunikation bei dem Verband. Für die Haftpflichtversicherer mache es keinen Unterschied, ob man Freunde oder Verwandte mitnehme oder aber Dorfbewohner, die auf Mitfahrerbänken warten. Eine andere Situation entstünde, wenn man für den Transport Geld nehme und quasi als Taxi fungiere. Denn für die Personenbeförderung würden andere Regeln für die Versicherung gelten.

(kump)