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Xanten: Noch keine Aussicht auf Aussicht

Xanten : Noch keine Aussicht auf Aussicht

Der Neubau des Aussichtsturms in der Sonsbecker Schweiz verzögert sich. Die Bezirksregierung möchte erst einen Entwurf sehen, bevor sie Fördergelder bewilligt. Die Gemeinde will reagieren.

Eigentlich hatte man in Sonsbeck bereits im vergangenen Jahr erkannt, dass der deutlich in die Jahre gekommene Aussichtsturm auf dem Dürsberg sanierungsbedürftig ist. Im Juli 2017 beschloss der Gemeinderat nach Erstellung eines Tourismuskonzepts daher den Beitritt zur "Römer-Lippe-Konferenz". Wie vorherige Gespräche mit dem Landeswirtschaftsministerium ergaben, war dieser Beitritt die formale Voraussetzung, um eine finanzielle Förderung zum Neubau des Aussichtsturms zu erhalten.

Die Grundlagen waren also geschaffen, auch der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider legte ein gutes Wort bei NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) ein, um die Neubauplanungen voranzutreiben. Doch inzwischen sind mehrere Faktoren zusammengekommen, die die Pläne der Sonsbecker Gemeindeverwaltung zunächst auf Eis legen, wie Bürgermeister Heiko Schmidt (CDU) bestätigt: "Die Bezirksregierung Düsseldorf fordert einen konkreten Planungsentwurf, bevor sie die Fördermittel freigibt. Das bedeutet, dass wir unsere ursprüngliche Planung gänzlich auf den Kopf stellen müssen."

Denn eigentlich wollte man mit der finanziellen Förderung im Rücken einen öffentlichen Beteiligungsprozess in Gang setzen, in dem Bürger, Anlieger und die Politik ihre Wünsche für die Gestaltung des neuen Turms darlegen können. "Diesen Prozess müssen wir nun vorziehen, um in Düsseldorf Ergebnisse vorlegen zu können", sagt Schmidt.

Gemeinsam wird man sich auf einen Grobentwurf einigen müssen. "Dazu müssen wir unter anderem einige Konstruktionsfragen klären. Soll der Turm eckig oder rund werden? Soll er aus Holz oder Stahl konstruiert werden?"

Doch nicht nur die Bezirksregierung sorgte mit ihren formellen Vorgaben für eine Verzögerung beim Turmbau zu Sonsbeck. Auch die langwierige Bildung der Regierungskoalition in Berlin ist ein Grund für die verlängerte Wartezeit auf einen neuen Aussichtsturm.

"Die Förderung wird zu 50 Prozent aus Bundesmitteln bezuschusst. Da lange aber nicht klar war, wer im Bund regiert, gab es auch keine Freigabe der Fördermittel", erläutert Heiko Schmidt. Daher dürfte es seiner Einschätzung nach noch mindestens bis September dauern, bis die Gelder freigegeben werden.

Laut Planung soll der Kostenumfang insgesamt 813.000 Euro betragen. Darin enthalten sind der Abriss des alten und Bau des neuen Turm sowie der zugehörigen Infrastruktur, die Schaffung von Begleitangeboten wie ein Niedrigseilgarten, Spielplatz oder Naturerlebnispfad und der bereits erfolgte Anschluss an die Radroute "Römer-Lippe-Wasserschleife" inklusive Installation der Beschilderung (wir berichteten). "500.000 Euro wird allein der Neubau des Aussichtsturms kosten.

Diese anfallenden Bruttokosten wollen wir aus den Fördermitteln finanzieren, das entspricht einem Landesanteil von 60 Prozent", rechnet Schmidt vor. Die Gemeinde Sonsbeck wird demnach 313.000 Euro aufbringen müssen, um einen Hauptpunkt des im vergangenen Jahr verabschiedeten Tourismuskonzepts umsetzen zu können.

Bis es allerdings soweit ist, muss nun zunächst der von der Bezirksregierung geforderte Entwurf aufgestellt werden. "Wir wollen in den kommenden Wochen mit dem öffentlichen Beteiligungsprozess beginnen", sagt Schmidt. Erst einmal besteht in Sonsbeck also noch keine Aussicht auf mehr Aussicht vom Dürsberg.

(RP)