Streit um weiteren Abbau Kies-Initiative wendet sich an die Lokalpolitik

Niederrhein · Im Streit um den weiteren Abbau will der Kies-Verband „Zukunft Niederrhein“ in der Lokalpolitik „mehr Rohstoffbewusstsein schaffen“. Dafür bringt er ein eigenes Magazin heraus und verschickt es an Kommunalpolitiker.

An dem Pressegespräch im Hotel van Bebber in Xanten nahmen teil (v.l.): Christian Strunk, Sascha Kruchen und David Tigges.

An dem Pressegespräch im Hotel van Bebber in Xanten nahmen teil (v.l.): Christian Strunk, Sascha Kruchen und David Tigges.

Foto: Armin Fischer (arfi)

erhalten. Der Verband kündigte am Dienstag in einem Pressegespräch in Xanten an, dass er ein neues Magazin herausgibt und an „viele lokalpolitisch Verantwortliche“ schicken wird. Damit wolle er „die Grundlage für konstruktive Gespräche“ schaffen, sagte Sascha Kruchen, Geschäftsführer der Initiative „Zukunft Niederrhein“. Der Verband ist die Interessensvertretung von Kies- und Sandunternehmen am Niederrhein. 13 Unternehmen sind Mitglied. Am Pressegespräch nahmen auch Christian Strunk, einer der Geschäftsführer des Unternehmens Hülskens, und David Tigges, Mitglied der Geschäftsführung des Unternehmens Teunesen, teil.

Das Magazin „Kies im Dialog“ soll zweimal im Jahr erscheinen und „sachliche Informationen rund um Sach- und Kiesthemen“ präsentieren, erklärte der Verband weiter. Er wolle damit „mehr Rohstoffbewusstsein“ schaffen. In der ersten Ausgabe geht es zum Beispiel um „unklare Genehmigungs- und Versorgungslage in NRW“, um die Renaturierung von Kiesgruben und Baggerseen sowie um die Frage: „Wie sichert Deutschland seine Rohstoffzukunft!“

In der Ausgabe schreibt Sascha Kruchen, dass „Meinung und Sachinformation zum Thema Rohstoffgewinnung am Niederrhein immer noch weit auseinandergehen“. Mit dem vierseitigen Magazin wolle der Verband „diese Lücke auch bei einem größeren Publikum schließen“. Die Adressen der Empfänger hat der Verband von den öffentlich einsehbaren Übersichten der politischen Gremien. Da nicht alle Kommunalpolitiker ihre Anschriften veröffentlichen, werden auch nicht alle direkt angeschrieben, wie Sascha Kruchen erklärte.

Am Niederrhein wird seit Jahren über die Erschließung weiterer Kiesflächen gestritten. Im vergangenen Herbst wurde der Regionalplan Ruhr beschlossen. Er sieht unter anderem den weiteren Abbau von Kies und Sand im Kreis Wesel vor. In den betroffenen Kommunen stoßen die Pläne auf Protest und Ablehnung. Der Kreis Wesel, die Städte Hamminkeln, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg sowie die Gemeinden Alpen und Hünxe haben im Februar eine Klage gegen den Regionalplan auf den Weg gebracht.

Darauf ging Kruchen in dem Pressegespräch und in einer Mitteilung auch ein, ohne die Kommunen namentlich zu nennen. Diejenigen, die gegen die Gewinnung von Sand und Kies klagten, verhinderten dadurch den weiteren Abbau nicht, „sondern lediglich den gemeinsamen Dialog über die sinnvolle Ausgestaltung“, teilte er mit. Diesen Dialog würden die Sand- und Kiesunternehmen „seit vielen Jahren auf allen politischen Ebenen“ anbieten. Dieses Angebot wolle der Verband mit dem neuen Magazin „unterstreichen“.

(wer)
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