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Nach Kommunalwahl 2020: Grüne in Sonsbeck sind offen für interfraktionelle Gespräche

Erste Reaktionen nach der Kommunalwahl : Sonsbecker Grüne sind offen für interfraktionelle Gespräche

Die Grünen in Sonsbeck konnten die Zahl ihrer Ratssitze auf vier verdoppeln. Sie sind hinter der CDU nun zweitstärkste Kraft im Gemeinderat. Die SPD begründet auch ihre Verluste mit dem Trend „grün zu wählen“.

Sie waren die Gewinner des Wahlabends in Sonsbeck: Mit einem Ratswahl-Ergebnis von 15,6 Prozent zogen die Grünen an der SPD (13,3 Prozent) vorbei und bilden jetzt hinter der CDU (53 Prozent) die zweitstärkste Kraft im Rat.

„Wir haben uns sehr darüber gefreut, die 15-Prozent-Marke überschritten zu haben“, sagte Grünen-Sprecherin Stefanie Michaelis. „Auch wenn wir bereits darauf gehofft hatten, war es doch sehr schön, als die Ergebnisse feststanden und sich unsere Vermutung bestätigte.“ Bei der Kommunalwahl 2014 erreichten die Grünen 9,0 Prozent. Bis zuletzt fieberten die Parteimitglieder am Sonntag gemeinsam der Auszählung des letzten Wahlbezirks entgegen. Denn erst mit dem letzten von 13 Wahlbezirken stand fest, dass die Grünen künftig zwei Sitze mehr im Gemeinderat haben werden. Damit konnten sie ihre Zahl an Sitzen verdoppeln. Neben Michaelis nehmen künftig auch Werner Kalter, Christoph Fromont und Sascha Wüllenweber für die Grünen im Gemeinderat Platz.

Doch auch Michaelis ist bewusst: „Die Mehrheitsverhältnisse haben sich in Sonsbeck nicht verschoben. Die CDU ist weiterhin deutlich stärkste Kraft.“ Die Christdemokraten verloren zwar einen Ratssitz, stellen nach einem Wahlergebnis von 53 Prozent (2014: 55,4) mit 14 Sitzen aber auch künftig die absolute Mehrheit. „Wir hoffen aber, dass es Beachtung findet, dass wir jetzt die zweitstärkste Kraft im Gemeinderat sind“, so die Grünen-Sprecherin. Sie wünscht sich mit allen Parteien eine zielgerichtete und sachliche Zusammenarbeit. Und betont: „Wir sind offen für interfraktionelle Gespräche.“

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Die SPD-Fraktionsvorsitzende Christa Weidinger sieht auch die Verluste der Sozialdemokraten dem starken Ergebnis der Grünen geschuldet. „Wir hatten ein gutes Wahlprogramm und in den vergangenen Jahren gute Arbeit im Rat geleistet“, so Weidinger. „Aber die Grünen schwimmen eben landes- und bundesweit auf einer Erfolgswelle, was sich bis auf die kommunale Ebene auswirkt.“

Die SPD muss nach einem Wahlergebnis von 13,3 Prozent (2014: 17,1) einen Ratssitz abgeben. Die verbliebenen drei Plätze besetzen künftig neben Weidinger noch Marc-Marius Baumgart und Robert Peters. „Der Verlust ist sehr bedauerlich“, betonte Weidinger, die mit der SPD zum Ziel hatte, die absolute Mehrheit der CDU zu brechen. Leider sei es nicht gelungen, alle Oppositionsparteien zu bündeln, um dieses Ziel zu erreichen, so die Fraktionschefin. „Es wird künftig schwierig, Themen im Rat durchzusetzen“, ergänzte sie. „Aber wir werden es natürlich mit guter Argumentation auch weiterhin versuchen.“

Auf zwei Ratssitze (-1) kommt künftig die FDP nach einem Ergebnis von 7,7 Prozent (2014: 9,6). Die BIS (Bürger in Sonsbeck) besetzen drei Plätze im Rat (+1) nach 10,4 Prozent (2014: 8,9) der Wählerstimmen.