Sonsbeck: Musikalische Tauchgänge

Sonsbeck: Musikalische Tauchgänge

Die Musikvereine Harmonie Sonsbeck 1911 und Labbeck 1921 bereiten ein anspruchsvolles Frühjahrskonzert vor. Dirigent Jürgen Mölders studiert mit den Musikern unter anderem den Soundtrack zum Film "Das Boot" ein.

Das legendäre U-Boot "U96" läuft aus. Einmal, zweimal. Immer wieder. Untertauchen, auftauchen und so lange üben, bis alles klappt und auch jeder Musiker der Musikvereine Harmonie Sonsbeck 1911 und Labbeck 1921 die gefährlich-musikalische "Noten-Straße von Gibraltar" fast im Schlaf umschiffen kann. Mit der eindringlichen Filmmusik zum Unterwasser-Epos "Das Boot" wirkt der Proberaum plötzlich ein wenig enger, die Stimmung gedrückter, das Licht etwas düsterer. "Sehr schön, wie ihr die Akzente da draufgesetzt habt", lobt Dirigent Jürgen Mölders. Ein anderes Mal lässt er Passagen so lange wiederholen, bis sie die gewünschte Qualität haben.

Totos Rockballade

Im Rahmen ihres Frühjahrkonzertes im Kastell am Samstag, 27. März, werden die rund 40 Musiker eine breite Vielfalt ihres Könnens präsentieren, die von Totos Rockballade "Africa" über Big-Band-Sound bis zur Filmmusik reicht.

Seit September vergangenen Jahres werden einzelne Stücke bereits geprobt. Das Wochenende im Probekeller im Awo-Kindergarten begründet Mölders mit: "Am Wochenende sind die Leute viel entspannter, da kommt man wesentlich weiter. Das gibt den Musikern zwei Wochen vor dem Konzert noch einen wesentlichen Schub."

Besonderheit neben den ausgewählten Musikstücken werden Filmsequenzen zu dem Film "Das Boot" sein. Auf der Bühne sollen rechts und links Leinwände aufgestellt werden, auf denen 15 Minuten lang ein Zusammenschnitt aus dem Film zu sehen sein wird. Auch mittels der Bühnenbeleuchtung soll die besondere Stimmung des Films eingefangen werden. Synchron dazu werden die Musiker live spielen. "Das ist schon etwas Besonders, das ist nicht einfach", erklärt Mölders. Die Idee dazu habe er schon lange mit sich herumgetragen. Technisch sei das Arrangement von Walter Ratzek sehr schwer. "Ich wusste, dass es das Arrangement zu dem Film gibt, habe es vor Jahren selber mal gespielt. Das Synchronspielen wollte ich immer mal machen – und mittlerweile können wir das." Sein Blick schweift bei den Worten über die Musiker, die derweil eine Polka proben. Auch an Brahms anspruchsvolle "Akademische Festouvertüre, op 80" habe man "sich einfach herangewagt. Es ist für uns enorm wichtig, das hohe Niveau zu halten und auszubauen. Auch die jungen Leute fordern das ein."

Intensive Proben

Bei so vielen anspruchsvollen Stücken ist der Probenaufwand sehr intensiv, wie Jürgen Mölders zugibt. Aber die strahlenden Gesichter, wenn beispielsweise die junge Musikerin erklärt, dass ihr Brahms-Stück am meisten Spaß macht, "weil es jetzt immer besser wird", lohnen den Aufwand. Lächelnd nickt der Dirigent: "Wir reihen nicht mehr nur Noten aneinander, sondern arbeiten musikalisch." Dann wird es Zeit weiter zu arbeiten, damit beim Konzert nur "Das Boot" untertaucht.

(RP)