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Xanten: Musik und Tanz beim Hirtenfeldfest

Xanten : Musik und Tanz beim Hirtenfeldfest

Bei der Feier des Städtepartnerschafts-Arbeitskreises Palästina wurde auch über Bräuche und Sitten gesprochen.

Zum dritten Mal feierte der Xantener Arbeitskreis Palästina nun das traditionelle Hirtenfeldfest - dieses Mal im Pfarrheim der evangelischen Kirche. "Unser Ziel ist es, mit den Menschen aus Xanten ins Gespräch zu kommen, ihnen Sitten, Bräuche und die Folklore der Menschen aus Palästina näherzubringen", erklärt Rainer Groß, Sprecher des Arbeitskreises.

Das war auf vielfältige Weise möglich, denn das von Ibtisam Atallah und ihren in Deutschland lebenden palästinensischen Helfern auf die Beine gestellte Programm konnte sich sehen lassen. Bilder und Filme auf einer Großleinwand vermittelten Eindrücke aus Beit Sahour, der Partnerstadt Xantens, während das Gesangsduo "Gosn Alzaytoun" (Olivenzweig) zum "Dabke" aufspielte. "Das ist ein Folkloretanz aus unserer Heimat. Die Lieder haben eine mehr als 300 Jahre alte Tradition. Man erwartet es vielleicht nicht, aber in Palästina gibt es viele Poeten, die wunderschöne Liebeslieder geschrieben haben", sagt Sänger Nabil Lmasoudi.

Pünktlich zum ersten Tanz kam Besuch aus Palästina: Dr. Michael Rhismaiu, Mitglied des dortigen Arbeitskreises und Yollan Kaire, Stadträtin aus Beit Sahour, die für eine knappe Woche zu Besuch in Xanten sind, wollten sich das Fest nicht entgehen lassen.

Ibtisam Atallah, Mit-Initiatorin der Städtepartnerschaft, ging es an diesem Tag der Begegnung auch darum, Vorurteile abzubauen: "Die Menschen sollen sehen, dass wir friedliebende Menschen sind und keine Terroristen." Bei palästinensischen Speisen wie Falafel und arabischem Kaffee entwickelten sich viele interessante Gespräche. "In Palästina kann man nur depressiv sein. Es fehlt nicht nur die Freiheit, Christen werden von allen Seiten unterdrückt", antwortet Dr. Husam Musleh, der als Arzt in einem Oberhausener Krankenhaus arbeitet, auf die an diesem Tag häufig gestellte Frage nach der Lebensqualität in seiner Heimat. Seine Wahlheimat hingegen bezeichnet der Mediziner als Vorbild: "Deutschland hat es geschafft, die Mauer niederzureißen. Ich hoffe, dass uns das eines Tages auch gelingt."

Nicht nur an politischen Themen waren die Xantener Gäste interessiert, sie wollten auch wissen, wie im heiligen Land Weihnachten gefeiert wird. Issa Isaac, der derzeit im Xantener Krankenhaus ein medizinisches Praktikum absolviert, bekommt bei dieser Frage leuchtende Augen. "Wir wohnen nur einen Kilometer von der Geburtskirche entfernt, dem Ort also, an dem Jesus zur Welt kam. Da herrscht an Weihnachten natürlich eine ganz andere Atmosphäre als hier."

In einem Punkt unterscheiden sich die Bräuche aber kaum: Auch in Palästina wird an den Weihnachtstagen zu viel gegessen, vor allem die Süßspeise Maamol. "Aber wir tanzen in dieser Zeit auch häufig", relativierte Dr. Husam Musleh und führte zur Freude der Besucher einige der folkloristischen Tänze vor. Für die Zukunft wünschen sich Ibtisam Atallah und Rainer Groß, dass sich mehr Menschen aus Xanten und Umgebung dem Arbeitskreis anschließen.

Im kommenden Jahr bieten sie an Pfingsten eine achttägige Reise durch Israel und Palästina an. Schwerpunkte sind Jerusalem, Nazareth, Bethlehem und Tel Aviv. "Der Preis inklusive aller Ausflüge liegt um die 1100 Euro. Wer Interesse hat, kann sich unverbindlich per E-Mail anmelden", so Rainer Groß. Die Adresse: dlrgxa@yahoo.de

(erko)