Xanten: Mozart zum Mitsingen für die neue Truhenorgel

Xanten: Mozart zum Mitsingen für die neue Truhenorgel

Außergewöhnlicher Gottesdienst mit der "Missa brevis in G-Dur" von Wolfgang Amadeus Mozart mit beeindruckender Besetzung.

Im Rahmen eines außergewöhnlichen Gottesdienstes, in dem die neue Truhenorgel im Hochchor des Doms eingesegnet wurde, freute sich Hausherr Propst Klaus Wittke auf die "Missa brevis in G-Dur" von Wolfgang Amadeus Mozart. Die "kleine" Messe wurde vom Domchor verstärkt mit Projektsängern und den Solisten Miriam Hardenberg (Sopran), Elisabeth Zangerle (Alt) und Boris Pohlmann (Tenor) aufgeführt. Xantens Domkantor Matthias Zangerle übernahm die musikalische Leitung und den Basspart.

Begleitet wurde der Chor von Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker. Der Gottesdienst in der Trinitatiszeit stand im Hochfest des Geburtstages von Johannes dem Täufer und dem dazugehörigen Wochenspruch "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen" (Joh. 3,30), wie Wittke in der Predigt ausführte: Durch Johannes und seine Predigten wurden viele Menschen zur Buße gerufen. Die Taufe durch ihn war Zeichen innerer Reinigung und Umkehr. Aber er war nicht selbst das Neue, das kommen sollte, sondern er sollte auf den hinweisen, der die Zuwendung Gottes zu den Menschen verkörperte: Jesus Christus.

Wegen ihres zum Teil liedhaften Charakters und des beschwingten Dreiertaktes in Kyrie, Gloria und Agnus Dei hat die "Missa brevis in G-Dur, KV 140" den Beinamen "Pastoralmesse". Mozart war von volkstümlicher Gläubigkeit und Marienfrömmigkeit erfüllt, wie man heute weiß. Er glaubte an Gott als solchen, weniger an ein trinitarisches Credo.

Dabei war der geniale Musiker aller Frömmelei und klerikalem Machtgehabe gegenüber kritisch und misstrauisch. Was Mozart immer in Musik setzte, war von Edelmut, Güte und Liebe durchdrungen.

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Im Ablauf des Gottesdienstes folgte der Chor jedem Tempo, passte sich jeder gewünschten Klangfarbe des Orchesters an, glich seinen Duktus den Solisten an, modellierte seine Stimmgewalt im Piano wie im Forte. Ebenso das Orchester: Es trat hervor, wenn es überleiten sollte, es trat zurück, wenn durchsichtige Chorpassagen zu hören waren.

Dirigent Matthias Zangerle musizierte in Geschlossenheit und hielt Zwiesprache mit zarten Soli, unterstützte eingreifende Klänge der Sänger. Der Domchor mit seinen Gästen gab sich klar in der Tongebung, beweglich im Tempo, variabel in der Klangfarbe und frisch in der Interpretation.

Die Truhenorgel überraschte angenehm mit ihren vielfarbigen Ausdrucksmöglichkeiten. Mozarts "Laudate dominum" bestach abschließend sinnlich fühlbar durch die Schlichtheit des Sopran-Solos, das in der Wiederholung durch den Chor wieder aufgenommen wurde. Die Gemeinde erlebte einen wirkungsvoll ereignisreichen Gottesdienst.

(RP)
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