Sonsbeck: Mitreißende Musik ganz ohne Elektrik

Sonsbeck: Mitreißende Musik ganz ohne Elektrik

Die Kultur-Initiative Son'Kultur hat wieder ein besonderes Konzert auf die Beine gestellt: Bei der dritten Auflage von "Sonsbeck unplugged" waren alle Musikstile vertreten, die derzeit in deutschen Tonstudios produziert werden.

Dass die Kultur-Initiative Sonsbeck, kurz "Sons'Kult!" genannt, ihrem an sich gerichteten Anspruch "Alles.ausser.Gewöhnlich" auch bei ihrer dritten "Sonsbeck unplugged"-Veranstaltung gerecht werden sollte, zeigte sich den rund 200 Gästen am Samstagabend bereits beim Betreten des Veranstaltungsraums im Kastell. Diesen großen Raum hatte eine Gruppe des mittlerweile 80 Mitglieder umfassenden Vereins, der seit drei Jahren für viele interessante kulturelle Veranstaltungen in Sonsbeck sorgt, zumindest im Bühnenbereich in ein gemütliches Wohnzimmer verwandelt.

Auch die vier Bands, die auf der extra für diese Veranstaltung errichteten Bühne spielten, verdienten dank ihrer verschiedenen Musikstile das Prädikat "außergewöhnlich", deckten sie doch mit den Richtungen Rock 'n Roll, Deutsch-Rock sowie Pop- und Reggae-Musik ziemlich all das ab, was zurzeit in deutschen Tonstudios produziert wird.

Dass ein nur neunköpfiges Orgateam, dem auch Bürgermeister Heiko Schmidt angehörte, für den reibungslosen Verlauf dieses fünfstündigen Konzerts sorgte und allein der Kegelclub "Feuchte Kugel" ihm bei der Bewirtung unter die Arme griff, fand ebenfalls große Beachtung bei den Gästen. Ein so weit wie möglich realisierbarer Verzicht auf elektrische Instrumente verstand sich wegen der Verwendung des Begriffs "unplugged" wie von selbst.

Der Vorsitzende der Initiative, Olaf Broekmans, begrüßte die Travelers aus Wesel als erste Band auf der Bühne, nicht ohne dass er zuvor der Emmaus Gemeinschaft Sonsbeck für den Verleih der Wohnzimmermöbel und den vielen Sponsoren, insbesondere der Volksbank, für ihre großzügige Unterstützung gedankt hatte. Die Travelers, zwei junge Musiker aus Wesel, entführten das Publikum mit Gitarre und Kontrabass in die 50er und 60er-Jahre. Mit Titeln der legendären Rock 'n' Roll-Musiker Elvis Presley und Chuck Berry verstanden Marc Johland und Nikolaus Winkelhausen das Publikum ebenso zu begeistern wie mit Bob Dylan's "Knocking on Heaven's Door" und Queen's "Crazy little thing called love." Ruckzuck war das Eis an diesem Abend gebrochen, das Publikum klatschte, sang und tanzte vom ersten Titel an begeistert mit.

  • Sonsbeck : Sonsbeck unplugged im Kastell

Die fünfköpfige Rockband "Was Wenns Regnet" aus Moers lieferte mit ihren Songs, zu denen auch "Besserwisser" und "Traumtanzakrobat" von ihrem neuen Album "Stimmen im Kopf" gehörten, den besten Beweis dafür, dass deutsche Rockmusik tiefgründige Probleme in grandioser Weise musikalisch verarbeitet.

Der Hauptact, die mit 1.000 Live-Auftritten bühnenerfahrene Band "Small is beautiful" aus Mülheim, bot den Gästen die gesamte Bandbreite guter Rockmusik, angefangen bei Eurythmics-Titeln über David Bowie-Songs bis hin zu Placebo-Stücken.

Als farbenfroher, sympathischer und lebendiger Hingucker beendete der Reggae-Sänger "Papa Julius" mit seiner jungen deutsch-ghanaischen Band "Zion Nexus" aus Kevelaer das Konzert. Am Ende des Konzerts waren sich alle Gäste, zu denen auch die Schulleiterin Dorli Gerwers aus Wesel und der mit Broeckmans befreundete Tennisclub TC Issum gehörten, einig: "Der Initiative Sons' Kult ist es ein weiteres Mal gelungen, der kleinen Gemeinde Sonsbeck eine tolle Veranstaltung, die ein freudiges Zusammensein bei guter Musik ermöglicht hat, zu bieten."

Auch dass alle Bands sich bei dem Veranstalter für die Einladung bedankten, ließ die Bezeichnung "Alles.Ausser.Gewöhnlich" für die Veranstaltung zu.

(RP)