1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Mit Plan: Sonsbecker Familie gewinnt paradiesischen Vorgarten

Leaderregion Sonsbeck : Plan für eine grüne Oase vorm Haus

Familie Bergmann aus Sonsbeck hat beim Leader-Wettbewerb „Bunt statt Grau“ eine professionelle Gartenplanung gewonnen. Expertin Gitta Jagusch vom Betrieb Grütters hat jetzt ihre Ideen vorgestellt für ein kleines Öko-Paradies.

Sechs Jahre lang dominierte vor dem Haus der Familie Bergmann in Sonsbeck die Farbe Mausgrau. Ihren „Vorgarten“ zierte überwiegend Pflaster und Schotter. Das waren die Bergmanns im vergangenen Jahr leid. Sie nahmen am Wettbewerb „Bunt statt Grau“ der Leader-Region „Niederrhein – Natürlich lebendig“ teil und sie haben gewonnen. Der Preis für die Bergmänner: eine professionelle Gartenplanung durch Experten der Firma Grütters und dazu ein Gutschein für Pflanzen im Wert von 200 Euro (die RP berichtete).

Jetzt war es so weit: Planerin Gitta Jagusch hat der Familie in den Räumen der Sonsbecker Gartenbaufirma ihre Ideen einer grünen Oase für ihr Heim vorgestellt. Die soll nach dem Wunsch der Eigentümer vor allem möglichst pflegeleicht sein. Naturliebhaberin Gitta Jagusch hat sich aber noch viel mehr als puren Pragmatismus vorgenommen: „Mit Insektentrachtpflanzen soll ein Lebensraum für Hummeln, Bienen oder Spinnen entstehen und mit entsprechenden Gehölzen ein Kleinklima, das Grünfläche und Fassade gleichermaßen kühlt.“

Natürlich soll auch das Auge des Betrachters verwöhnt werden. So hat die Expertin Stauden in einem Farbspektrum von Pink über Blau und Violett bis hin zu erfrischendem Gelb gewählt. Für den besonderen Duft und somit als Anziehungspunkt für Hummeln sorgt eine üppige Pfingstrose. Strauchweiden und Duftnesseln bieten mit ihren nektarreichen Blüten Insekten schon sehr früh im Jahr ein üppiges Nahrungsangebot. „Ein wichtiger Aspekt der Planung war der insektenfreundliche Garten. Darüber hinaus wollten wir aber mit Blütenreichtum auch ein ästhetisches Angebot schaffen“, erklärt Grütters-Geschäftsführer Erik Peters die Herangehensweise an die Aufgabe.

Zu den Hinguckern gehören Lavendel, Salbei, Witwenblume oder Sonnenhut. Die Stauden wurden so gewählt, dass von März bis September immer etwas blüht. Aber nicht nur Insekten werden sich im Vorgarten der Bergmanns wohlfühlen. Dafür sorgt die Kupfer-Felsenbirne, ein Baum, der seinen Namen der kupferroten Tönung seiner jungen Blätter verdankt. „Ihre kleinen Beeren stehen bei Vögeln hoch im Kurs“, weiß Gitta Jagusch.

Bis sich alles zu üppiger Pracht entwickelt hat, müssen sich die Gartenbesitzer allerdings etwa zwei Jahre gedulden. Planerin Gitta Jagusch erläutert das: „Wir haben das ganz bewusst so geplant, auch wenn am Anfang kleinere Lücken zu erkennen sind. Aber wenn wir die Pflanzen jetzt zu dicht setzen, treten sie untereinander in Konkurrenz. Das sieht dann am Ende nicht mehr schön aus.“

Wie das alles mit der Vorgabe der Familie Bergmann zusammengeht, einen pflegeleichten Vorgarten zu bekommen, darauf hat die Gartengestalterin auch eine Antwort: „Einmal im Frühjahr zurückschneiden wäre gut. Gießen braucht man nur ganz selten. Sobald alles verwurzelt ist, sind die Pflanzen mit sich und der Welt zufrieden.“ Nicht nur Familie Bergmann kann es kaum abwarten. „Es kommen jeden Tag Spaziergänger vorbei und fragen, wann es endlich losgeht“, erzählt André Bergmann. Dem ist das Interesse ganz recht: „Wir wollen ja beweisen, dass man auch auf kleinen Flächen etwas machen kann.“

Wenn es gelingt, alles prächtig blüht und es richtig summt, wird das gute Beispiel Schule machen und Anstoß geben, so manchen „Garten den Schreckens“ in ein kleines Paradies verwandeln. Dann wäre der Preis für die Bergmanns ein Gewinn für die ganze Leader-Region.