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Missbrauch auf Campingplatz in Xanten: Urteilsverkündung gegen Vater vertagt

Anklage wegen Kindesmissbrauchs : Urteilsverkündung im Missbrauchsprozess vertagt

Der Prozess zu den mutmaßlichen Missbrauchsfällen auf einem Campingplatz in Xanten ist am Donnerstag fortgesetzt worden. Eine Polizistin berichtete, was ihr die Töchter des Angeklagten berichtet haben.

Was die Duisburger Polizistin am Donnerstag vor der Strafkammer in Moers über die Vernehmung der zwei Mädchen berichtet, deren Vater (42) die beiden und ihre Stiefschwester in Xanten und Voerde mehrfach sexuell missbraucht haben soll, ist unvorstellbar. Keine zwei Meter von der Polizistin entfernt sitzt der Mann, wirkt apathisch, starrt auf den Boden, zeigt keine Regung. Am Vortag hat er die Taten bereits gestanden – gewissermaßen. Seine Kinder würden schon nicht lügen, sagte er. An Details könne er sich aber wegen seines Drogen- und Alkoholkonsums nicht erinnern. Ähnlich hatte sich der zweite Angeklagte geäußert. Der 38-Jährige soll einmal gemeinsam mit dem Vater eines der Mädchen missbraucht haben.

Details nennt dafür die vorgeladene Beamtin, die die beiden zum Zeitpunkt der mindestens 23 Missbrauchsfälle unter 14 Jahre alten Töchter getrennt voneinander befragte. Sie berichtet, was ihr die Mädchen erzählten. Es sind schwer zu ertragende Schilderungen. Demnach sagten die Töchter, dass sie sich gegen den Vater gewehrt hätten, er aber nicht aufgehört habe. „Wir wollten das nicht, aber er hat es einfach gemacht“, soll eines der Mädchen der Polizistin erzählt haben. Der Vater sei den Töchtern auch in die Dusche und Badewanne gefolgt, um sie zu missbrauchen. Zudem habe er Fotos von ihnen gemacht, als sie nackt waren. Auch den zweiten Angeklagten belasteten die Mädchen. Demnach habe er einmal beim Missbrauch mitgemacht.

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Bei der Befragung seien die zwei Schwestern äußerst unterschiedlich aufgetreten, berichtete die Polizistin weiter. „Die eine war sehr eloquent und strukturiert. Sie hatte sich einen genauen Plan gemacht und sogar zu jedem Vorfall Bilder gemalt“, sagte die Beamtin. „Die andere war sehr schüchtern, da ist das Gespräch immer wieder abgebrochen. Ich musste sie immer wieder ermutigen, weiter zu reden.“

Die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sowie das Urteil konnten am Donnerstag noch nicht verlesen werden. Die Verhandlung soll nun am 26. September fortgesetzt werden.