Sonsbeck: Mentoren helfen Kindern beim Lesenlernen - mit gutem Erfolg

Sonsbeck : Mentoren helfen Kindern beim Lesenlernen - mit gutem Erfolg

Seit zwei Jahren kooperiert die Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule mit den Lesementoren Niederrhein. Dazu kamen im abgelaufenen Schuljahr fünf Lesementorinnen jeweils einmal wöchentlich in die Schule, um auf Empfehlung der Lehrer und in Abstimmung mit den Eltern lese-schwache Schüler zu unterstützen.

Die Jungen und Mädchen werden einzeln betreut. "So haben die Kinder die Gewissheit, die Mentorin ist nur für mich da", erklärt Regine Bolhuis, Koordinatorin in Sonsbeck. Die Hauptaufgabe bestehe in der Förderung der Lese- und Sprachkompetenz. "Es ist nur eine Stunde in der Woche. Aber die ist intensiv", berichtet Regine Bolhuis. Sie betreute drei Kinder an der Sonsbecker Grundschule, zudem weitere an anderen Schulen.

Lesementoren arbeiten an den Grundschulen in Alpen, Menzelen, Sonsbeck, Veen und Xanten. Die Meisten agieren überwiegend im eigenen Ort. Schüler werden, wenn's sein muss, bis zum Schulwechsel unterstützt. "Unser Ziel ist es, sie fürs Lesen zu begeistern." Lesen, zuhören, miteinander reden und Hausaufgaben machen, das legt eine gemeinsame Basis. "Einem Kind habe ich zu Weihnachten ein Buch geschenkt. Nach einem halben Jahr kam es und sagte, jetzt wolle es lesen",erzählt Regine Bolhuis ein persönliches Erfolgserlebnis.

"Sprache ist unser Hauptwerkzeug, um als Gesellschaft zu funktionieren. Kein Kind ist in der Lage etwas zu lernen und zu begreifen, wenn es die Sprache nicht in Wort und Schrift beherrscht", sagt Lesementorin Angelika Geis. Ihren Mann Wolfgang hat sie mit ihrer Begeisterung bereits angesteckt. "Das ist eine fantastische Sache", sagt er. Er möchte sich nach seiner Pensionierung ebenfalls einbringen. Das ist gut.

Weitere Lesementoren werden dringend gesucht. "Gestärkt durch das Üben gehen die Kinder ganz anders in den Unterricht. Angefangen hat das Projekt mit fünf Kindern, die betreut wurden. Aber die Nachfrage ist, auch seitens der Lehrer, groß", berichtet Konrektorin Birgitt van Stephaudt. In der Stunde, die die Mentoren mit den Kindern verbringen, wird nicht nur gelesen. Es gelte erst einmal, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. "Das Zwischenmenschliche" müsse passen. "Die Mentoren müssen auf das Kind zugehen, dann kommt der Rest von alleine", so Birgitt van Stephaudt, die sehr zufrieden mit dem Projekt ist. "Die Lesementoren sind eine tolle Unterstützung für uns. Noch dazu eine, die sich ohne Unterrichtsausfall fast komplett im nachmittäglichen Bereich abspielt. Es ist großartig, was die Damen leisten."

(rim)
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