Mathe-Olympiade im Stiftsgymnasium in Xanten

Xanten/Rheinberg : Mathe, bis der Kopf raucht

Im Xantener Stiftsgymnasium fand jetzt die Mathe-Olympiade auf Kreisebene statt. 122 Schüler machten mit. Die Preisverleihung ist im Februar in Rheinberg. Die besten sieben qualifizieren sich für den Landeswettbewerb in Düsseldorf.

Hochkonzentriert sitzen 122 Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 13 von 14 Gymnasien aus dem Kreis Wesel in drei Räumen des Xantener Stiftsgymnasiums – vor sich auf den Tischen drei Mathematik-Aufgaben, die sie in zwei Zeitstunden lösen müssen. Die Oberstufenschüler haben für ihre Aufgaben drei Stunden Zeit.

Die Sonne scheint durch die Fenster. Draußen auf dem Schulhof spielen, lachen, flanieren die Schüler des Gymnasiums. Es ist große Pause – aber nicht für die 122 Olympioniken, die zwar alle ihre Brote und Getränke dabei haben, aber keine Zeit, draußen Luft zu schnappen, um den Kopf etwas frei zu bekommen. Vorne sitzen zwei Lehrer, Ansprechpartner nicht Aufpasser. Denn schummeln lohnt sich nicht: Wer sich für die Mathematik-Olympiade qualifiziert hat, will gewinnen, weiterkommen. So wie bei der Olympiade der Sportler, beim Marathon beispielsweise. Da zieht der eine Läufer den anderen auch nicht mit, damit der die Strecke schafft.

Die 122 Mädchen und Jungen sind die Besten in ihren Schulen, haben sich dort für die zweite Runde in der Mathematik-Olympiade qualifiziert, treten auf Kreisebene gegeneinander an. Nur sieben von ihnen kommen weiter, fahren am zweiten Wochenende im Februar nach Düsseldorf zur Heinrich-Heine-Universität, wo die dritte Runde der Olympiade stattfindet. Da brüten 350 Schüler über Mathematik-Aufgaben, für die es deutlich mehr braucht als einfaches mathematisches Verständnis.

„Sie müssen in der Lage sein, sich in komplexe Sachverhalte reinzudenken und analytisch an die Lösung heranzugehen“, sagt Ulf Baumgarten, Lehrer für Mathematik und Chemie am Rheinberger Amplonius-Gymnasium. Er koordiniert seit zwölf Jahren den Wettkampf auf Kreisebene, und er weiß: „Die Schüler arbeiten hochkonzentriert. Sie sind wirklich erschöpft, platt, wenn die Zeit um ist.“

Eigentlich wird die Olympiade auf Kreisebene immer in der Stadthalle in Kamp-Lintfort ausgetragen. Die ist zur Zeit aber wegen Bauarbeiten gesperrt. Das Stiftsgymnasium gewährte gerne Asyl. Viele Lehrer aus allen Gymnasien engagieren sich, korrigieren in ihrer Freizeit die Arbeiten dieses Mathematik-Wettkampfes, den es bereits seit 58 Jahren gibt. Gegründet in der ehemaligen DDR schwappte die Olympiade nach dem Fall der Mauer 1989 auch nach Westdeutschland ’rüber. Noch heute werden vom Olympiade-Verein in Rostock die Aufgaben festgelegt, die jede Jahrgangsstufe zu lösen hat. Der Landesverband Olympia in Bielefeld koordiniert den Wettstreit für ganz Nordrhein-Westfalen, engagierte Lehrer wie Ulf Baumgarten sorgen auf regionaler Ebene dafür, dass die Mathematik-Olympiade stattfindet.

Aufgabe der Lehrer sei es, die Angst vor Mathematik zu nehmen, „zu vermitteln, dass Mathe auch Spaß macht, einen voranbringt.“ Mathematik, so sagt Ulf Baumgarten, helfe, die Frustrationstoleranz auszubauen, könne dazu beitragen, dass man nicht beim ersten Scheitern aufgibt. Die Tatsache, dass es jedes Jahr viele Schüler gibt, die bei der Mathe-Olympiade dabei sein wollen, scheint ihm recht zu geben

Der Taschenrechner ist erlaubt. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Info: Im Februar ist in Rheinberg Preisverleihung der Mathematik-Olympiade auf Kreisebene. Für die 25 Besten aus allen Jahrgangsstufen gibt es kleine Sachpreise: mathematische Knobelbücher mit besonderen Aufgabenstellungen.