Xanten: Mal lustig, mal rührend - nur ohne Prinz

Xanten : Mal lustig, mal rührend - nur ohne Prinz

Die Karnevalssitzung des Spielmannszuges Menzelenerheide bot wieder ein vielfältiges Programm. Es gab ordentlich was auf die Lachmuskeln und auch eine ganze Menge fürs Herz. Nur einen Prinz aus Menzelen, den gab es nicht.

Dass Karneval nicht immer nur etwas zum Lachen oder Schunkeln sein muss, zeigte am Samstagabend die Sitzung des Spielmannszuges Menzelenerheide. Manchmal kann das jecke Treiben auch sehr rührend sein, wie Laudana Backhaus, Solo-Tanzmariechen der 1. Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Borth, bewies. Sie widmete ihre Zugabe ihrem Vater, der als Prinz Martin mit Prinzessin Isabell, beide ebenfalls von der 1. KG Borth, im Publikum saß. "Dieses Lied ist für dich. Du hast mich immer unterstützt und bist im Laufe der Jahre selbst zum Karnevalisten geworden. Und jetzt stehst du hier sogar in Strumpfhosen und bist ein Prinz. Ich hab dich lieb, Papa", sagte der Teenager und traf damit nicht nur mitten ins Herz des Papas, sondern auch in das der knapp 150 Narren, die sich im Saal der Gaststätte "Zur deutschen Eiche" in Menzelen eingefunden hatten.

Natürlich hatte Laudana Backhaus, fünffache Rheinberger Stadtmeisterin im Gardetanz, auch tänzerisch was zu bieten und erntete jede Menge Beifall. Begonnen hatte die Sitzung, zum vierten Mal in der "Deutschen Eiche", um 19.11 Uhr mit dem Einmarsch des Karnevalskomitees des Spielmannszuges Menzelenerheide. Gern hätte Sitzungspräsident Thomas Kiwitt den Prinzen der Karnevalsgesellschaft (KVG) "Hand in Hand" begrüßt. Doch den gibt es in diesem Jahr bekanntlich nicht.

Stattdessen warben die scheidende KVG-Präsidentin Sonja Böhm wie weitere Vorstandsmitglieder bei den Karnevalisten, sich bei der KVG zu engagieren.

Ganz verzichten mussten die Menzelener auf ein Prinzenpaar aber nicht. Schließlich waren die Borther Tollitäten mit von der Partie. Den Saal erstmals zum Toben brachten die "Mini Lights". Die junge Garde, einige Tänzerinnen gehen noch in den Kindergarten, demonstrierte bereits ein erstaunliches Repertoire und begeisterte.

Als dann die Menzelener Eigengewächse Sascha Angenendt und Christian Wedekind als "ältere Damen" ihren Vortrag begannen, deutete zunächst nichts darauf hin, wie es weitergehen würde. Doch nach einem kurzen Intro entledigte sich das Duo seiner Kleidung und endete als Herr Dr. Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheid in der Badewanne. Es folgte der legendäre Loriot-Sketch.

Auch der Gesang kam nicht zu kurz. Dafür sorgte Schlagersängerin Sabrina Gausmann aus Ascheberg bei Münster, die neben einem Helene-Fischer-Hit auch selbst komponierte Stücke - "Ohne dich ins Paradies" und "Systemausfall" - präsentierte. Ein gerngesehener Gast in Menzelen ist "De Birtener Jung": Nico Stölzer verstand es wieder, die Lachmuskeln zu strapazieren. Zunächst als "Erich Honecker", der, "auferstanden aus Ruinen", sich als Nachfolger für Angela Merkel anbot. Dann zog er sich auf der Bühne um und glänzte mit "Akropolis adieu" sowie einer Andrea-Berg-Parodie.

Komplettiert wurde der gelungene Abend durch Auftritte der Tanzgruppe "New Generation", den Neusser Büttenredner "Ne Kistenduevel", den "Lieven Jung" sowie musikalische Unterhaltung durch die Gruppe "Ma' so, ma' so".

(me)
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