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Lukas Petzold ist neuer Stadtarchivar in Xanten

Xanten Stadtarchiv : Jetzt hat die Domstadt einen Stadtarchivar

Lukas Petzolt ist jung, ambitioniert und voller Ideen für das Xantener Stadtarchiv. Der studierte Historiker ist seit dem 3. September der erste hauptamtliche Archivar der Stadt – unbefristet auf halber Stelle.

Mindestens einmal am Tag läuft Lukas Petzolt die drei Stockwerke von seinem Büro bis in den Archivkeller hoch und runter. An manchen Tagen sogar öfter. Trotzdem nehme er ausschließlich die Treppe und nicht den Aufzug, erzählt er. Das sei ein guter Ausgleich zu der Schreibtischarbeit. Nach zwei Monaten im Amt, gibt er einen Einblick in sein Arbeitsleben.

Der Straelener fand seine Liebe zu der Archivarbeit bereits in der Schule. „In der 11. Klasse hatte sich herauskristallisiert, dass Geschichte mein Lieblingsfach ist. Ich habe meinen Geschichtslehrer gefragt, was man damit machen könnte. Und er hat mich schließlich auf das Stadtarchiv hingewiesen“, fasst er die frühen Schritte seiner Laufbahn zusammen.

2012 folgte ein Praktikum im Stadtarchiv Xanten. Petzolt wählte den Geschichte-Leistungskurs und bewarb sich nach dem Abitur 2013 beim Landesarchiv NRW für die Ausbildung für den gehobenen Archivdienst. Dort wurde er drei Jahre lang in den Archiven von Düsseldorf, Duisburg und Marburg ausgebildet. Als frischer Diplomarchivar begann Petzolt 2016 das Geschichte-Masterstudium an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Jetzt ist die Masterarbeit abgegeben und Petzolt ist voller Eifer an der Umgestaltung des Xantener Stadtarchivs zu Gange, während er noch auf seine Ergebnisse wartet.

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450 laufende Meter an Unterlagen hütet er im Keller des Rathauses. Darunter sind 177 Urkunden von 1297 bis in das frühe 19. Jahrhundert. „Für ein kleines Stadtarchiv wie Xanten, gibt es einen großen Bestand“, erzählt Petzolt. Dabei wurden ab 1999 keine Übergaben mehr in das Xantener Archiv gemacht. Aus Zeitmangel und personeller Not, wie Petzolt erzählt. Laut Archivgesetz müssen aber Unterlagen, die nicht mehr gebraucht werden, dem Archiv angeboten werden. Das wurde ab 1999 nicht mehr gemacht.

Eine von Petzolts Hauptaufgaben ist es demnach, daran anzuknüpfen. Denn dafür wurde seine halbe Stelle geschaffen. Seine Tätigkeiten umfassen sehr viel Aufbauarbeit und eine erstmalige fachliche Überprüfung der Bestände. „Es ist natürlich eine Ehre, dass ich der erste sein darf, der das hier hauptamtlich macht. Aber da muss ich für die Zukunft natürlich wichtige Grundbausteine setzen“, sagt der 25-jährige Masterstudent.

Zunächst gehört dazu die Pflege der bisherigen Altbestände. Die Dokumente sollen neu verpackt werden. In wasserdichte, große Kartons, damit die Knickfalten bei den Jahrhunderte alten Schätzen nicht brüchig werden. „Wir tun auch viel für die Restaurierung der Schriften“, fügt Petzolt hinzu.

Langfristig ist eine Verlegung des Archivs geplant – möglicherweise auch außerhalb des Rathauses. „Der perfekte Archivraum wäre Fensterlos, ohne Tageslicht, mit einer Temperatur zwischen 18 und 20 Grad, einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent und einer gleichmäßigen Durchlüftung“, erklärt Petzolt. Das ist bislang so nicht gegeben. Das Archiv oberirdisch zu lagern wäre zudem ein Pluspunkt, um eine mögliche Flutgefahr zu umgehen. Doch das ist noch Zukunftsmusik, gibt Petzolt zu: „Das kann man schon fast einen Traum nennen.“

Dennoch, Petzolt möchte das Archiv mehr an die Öffentlichkeit bringen. Ich will ein offenes Archiv haben, die Urkunden sollen nicht im Keller versauern. Ich möchte hier nicht das Kellermäuschen sein“, sagt er.

Alles andere als das: Nach seiner 20 Stunden Woche ist er zwar auch privat im Keller zuhause, doch nicht der Stille wegen. Denn in seiner Freizeit spielt Petzolt Schlagzeug und Klavier, gehört Orchestern in Wankum, Mönchengladbach und Essen an und beginnt bald einen Dirigentenlehrgang. Neben der Geschichte, verrät er, ist die Musik seine große Leidenschaft.