Xanten: Lesen am Adventskalender aus Kisten

Xanten: Lesen am Adventskalender aus Kisten

Jeden Morgen liest die Büdericher Grundschulrektorin Kindern eine Weihnachtsgeschichte vor. Dazu werden von Familien und Lehrerinnen liebevoll gestaltete Boxen geöffnet. An denen haben andere Schulen Interesse bekundet.

Die Kinder der Büdericher Gemeinschaftsgrundschule gehen in diesen Tagen noch lieber zur Schule als sonst. Denn für die ohnehin schon stimmungsvolle Vorweihnachtszeit hat sich Schulleiterin Sabrina Hardacker zusammen mit ihrem Kollegium etwas ganz Besonderes ausgedacht: Jeden Morgen treffen sich die 186 Mädchen und Jungen um 8 Uhr vor dem riesigen Adventskalender mit den 24 Türchen - pardon - mit den 24 liebevoll gestalteten Pappkartons. Bevor ein "Türchen" geöffnet wird, stimmen die Kinder zunächst ein frohes Lied an. Dann liest die Schulleiterin eine von 24 Geschichten aus dem Klassiker "Schnupperle" aus dem Jahr 1969 vor.

Gebannt hören - jedenfalls fast - alle Kinder der nostalgischen Geschichte zu, in der es an diesem Morgen um das Thema Päckchenpacken geht. Passend zum Thema ist natürlich auch das Kalender-Türchen gestaltet. Ida (13) und Klara (14) Hoppen, deren Brüder Alexander (8) und Johannes (10) noch in die Grundschule gehen, haben sich viel Mühe gemacht mit ihrer Weihnachtswichtel-Geschenke-Werkstatt.

Drei von 24: Mit viel Liebe zum Detail sind alle Boxen des XXL-Kalenders gestaltet worden. Die Körper der Heiligen Drei Könige bestehen beispielsweise aus Garnrollen. Foto: Klaus Nikolei

"Ist das süß", rufen die Kinder, die sich das kleine Kunstwerk genauer anschauen. "Ist das alles selbst gemacht?", will ein Mädchen wissen. "Klar", sagt Sabrina Hardacker. Extra darauf hinweisen, dass die Boxen nicht angefasst werden dürfen, muss die Schulleiterin nicht mehr. "Das haben wir am Anfang gesagt - und alle halten sich dran."

  • Wesel : Schule baut Adventskalender aus Kisten

Die Idee zu dem XXL-Adventskalender hatte Sabrina Hardacker selbst. "Etwas Ähnliches habe ich früher schon als Lehrerin in meiner Klasse gemacht", erzählt sie. In einem Elternbriefes bat sie um Unterstützung - und bekam diese auch. Engagierte Mütter und Väter, Lehrerinnen und auch ehemalige Schüler haben sich Zeit genommen, einen Entwurf gefertigt, gebastelt und geklebt. Herausgekommen sind die besagten Boxen, die jeweils Bezug zu den Schnupperle-Geschichten nehmen.

Clou der Box mit der Nummer 6 ist der beleuchtete Himmel und der Playmobil-Nikolaus. Foto: Klaus Nikolei

"Nicht nur die Kinder sind ganz begeistert und schauen sich die Boxen auch schon mal in der Mittagsbetreuung an", erzählt Sabrina Hardacker. "Auch die Eltern sind ganz entzückt." Die Schulleiterin selbst ist auch angetan. Zum Beispiel von der Nummer 6. Hier empfängt ein Playmobil-Männlein in Bischofsornat Playmobil-Schulkinder vor der Schule. Clou ist ein mit winzigen LED-Lichtern beleuchteter Wolkenhimmel aus Wattebäuschchen. Oder von der Nummer drei. Hier bestehen die Leiber die Heiligen Drei Könige aus Garnrollen.

Kleine LED-Leuchten sorgen auch in der Vogel-Box für glanzvolle Stimmung. Foto: Klaus Nikolei

Sabrina Hardacker hat auch eine Box gebaut. Welche, das will sie nicht verraten. "Nur so viel: Innen steckt eine Überraschung für die Kinder." Und was passiert nach Weihnachten mit dem Kalender? "Vielleicht verleihen wir ihn an eine andere Schule. Es gibt nämlich schon Nachfragen."

(RP)