Xanten: Lernen, ohne Verbrechen zu leben

Xanten : Lernen, ohne Verbrechen zu leben

Ein Jahr und zwei Monate Haft auf Bewährung, Sozialstunden, ein Besuch bei einem Gewaltberater und die Wiedergutmachung des Schadens – durch diese recht umfangreiche Jugendstrafe soll ein vorbestrafter Mann aus Xanten nun lernen, ohne Verbrechen zu leben. Nach mehreren Vorstrafen hatte sich der junge Xantener erneut wegen eines schweren Raubes und versuchten schweren Raubes vor Gericht verantworten müssen.

Nur weil er zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt war, kam er vor dem Jugendschöffengericht in Moers mit einer milden Strafe davon. Eine Chance auf Bewährung hätte er wohl kaum bekommen, wenn sich sein Lebensstil nicht inzwischen zum positiven verändert hätte. Denn die Staatsanwaltschaft sah eine „erhebliche kriminelle Grundeinstellung” beim Angeklagten.

Die ihm nachgewiesenen Taten sprachen deutlich gegen ihn. Im Frühjahr 2006 hatte er mit einigen inzwischen zu Jugendstrafen verurteilten Mittätern mehrere Männer an einem Buswendeplatz in Kevelaer überfallen. Unter Vorhalt einer Waffe forderten sie Bargeld, Handys und weitere Wertgegenstände, sogar Ohrringe. Sie haben einfach „unbesehen alles mitgenommen” was die Opfer hatten, berichtete der Staatsanwalt und erklärte seine Forderung nach zwei Jahren Haft auf Bewährung: „Das kann man nicht mehr beschönigend in die Rubrik Abziehen einordnen, das war ein richtiger Raubüberfall mit Pistole.”

Ein weiterer Überfall auf Autofahrer war beim Versuch geblieben. Die Insassen waren zwar von dem Angeklagten und seinen Freunden bedroht und geschlagen worden, dann waren die Täter aber ohne Beute weggelaufen. Die Richterin ließ jetzt milde walten, blieb unter der Forderung der Staatsanwaltschaft und stellte außerdem ein weiteres Verfahren „im Zweifel für den Angeklagten” ein.

(RP)
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