Xanten: Leisner-Reliquie ruht jetzt in Rom

Xanten: Leisner-Reliquie ruht jetzt in Rom

Der Internationale Karl-Leisner-Kreis (IKLK) bemühte sich erfolgreich um die Aufnahme des Seligen, dessen Grab sich in der Krypta des Xantener Doms befindet, in den Zyklus der neuzeitlichen Märtyrer in San Bartolomeo.

Nach der denkwürdigen Romfahrt 1936 mit einer Privataudienz bei Papst Pius XI. ruht nach 81 Jahren der Selige Karl Leisner, in Rees geboren und in Kleve aufgewachsen, nun mit einem sterblichen Überrest in der Ewigen Stadt. Der Märtyrer ist jetzt auch in der Kirche San Bartolomeo auf der Tiberinsel aufgenommen. Diese alte Kirche ist den christlichen Märtyrern des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmet. Diese Widmung geht auf den polnischen Papst Johannes Paul. II. zurück. Unter anderen sind an einem Altar Clemens August Graf von Galen und Franz Jägerstätter erwähnt.

Der Internationale Karl-Leisner-Kreis (IKLK) bemühte sich um die Aufnahme des Seligen Karl Leisner in den Zyklus der neuzeitlichen Märtyrer in San Bartolomeo. Der Altpräsident des IKLK, Hans-Karl Seeger, schrieb im Oktober 2016 an den römischen Pfarrer: "Unter den Bedachten ist der Selige Kardinal Clemens August Graf von Galen, der ehemalige Bischof des Bistums Münster. Aus diesem Bistum stammt auch der Selige Karl Leisner, der im KZ Dachau von seinem französischen Mithäftling Bischof Gabriel Piguet am 17. Dezember 1944 zum Priester geweiht wurde, am 12. August 1945 starb und am 23. Juni 1996 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde. Es wäre gut, wenn auch Karl Leisners Name in Ihrer Kirche genannt würde."

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Dr. Cesare Zucconi antwortete im Auftrag des Pfarrers am 11. Oktober 2016: "San Bartolomeo ist seit 2001 die Gedenkstätte der Neuen Märtyrer in Rom. Das ist sehr bekannt. Wir kennen natürlich die Geschichte von Karl Leisner, aber ich muss sagen, dass in San Bartolomeo nur die Menschen 'erwähnt' werden, auf deren Namen es eine Reliquie gibt."

Als Antwort des IKLK nach Rom ging die Mitteilung, dass Karl Leisners Grab zwecks Entnahme von Reliquien nicht wieder geöffnet wurde, aber Haare von ihm, die nach seinem Sterben abgeschnitten wurden, als Reliquie angesehen werden. Inzwischen war eine kleine Pilgergruppe vom Niederrhein unter der Leitung des Billerbecker Propstes Hans-Bernd Serries, der das Leben von des ehemaligen Münsteraner Bischofs und Leisner-Förderers Clemens August Kardinal Graf von Galen erforscht, in Rom und hatte eine solche Reliquie von Karl Leisner im Gepäck. Diese wird nun in der Kirche San Bartolomeo einen Platz finden. Der Propst hatte die Reliquie zuvor in ein von ihm gestiftetes Reliquiar installiert. In diesem wertvollen Gefäß, das er an Francesca, einer Vertreterin der Gemeinschaft Sant'Egidio, übergab, befinden sich drei Haare von Karl Leisner. San Bartolomeo auf der Tiberinsel in Rom ist nach der Kirche Santa Maria in Trastevere die zweite Zentralkirche der von Professor Dr. Andrea Riccardi gegründeten Gemeinschaft Sant'Egidio. Der Historiker (Jahrgang 1950) schuf die als "Öffentlicher Verein von Gläubigen in der Kirche" als von der römisch-katholischen Kirche anerkannte Geistliche Gemeinschaft Sant'Egidio 1968. Andrea Riccardi erwähnt in seinem Buch "Das Jahrhundert des Martyriums - Christen im zwanzigsten Jahrhundert" die Verhaftung des Seligen Karl Leisner 1939 und dessen Priesterweihe 1944 im KZ Dachau durch den französischen Bischof und Mithäftling Gabriel Piguet von Clermont.

(RP)