"Lecker an Bord" im WDR: Von Xanten auf den Tisch

Neue Staffel von "Lecker an Bord" : Von Xanten auf den Tisch

Die Köche Björn Freitag und Frank Buchholz zeigen in der WDR-Sendung „Lecker an Bord“, was sich mit Zutaten aus Xanten zubereiten lässt.

Als der Fernsehkoch Björn Freitag in Xanten nach Zutaten für eine Sauce sucht, wird er im Archäologischen Park (APX) fündig. In einem Beet neben der römischen Herberge wachsen Petersilie, Kerbel, Dill und Koriander – also Kräuter, die ursprünglich aus Asien, Osteuropa oder vom Mittelmeer stammen und von den Römern an den Niederrhein gebracht wurden. Belege dafür entdeckten Archäologen bei ihren Ausgrabungen, zum Beispiel Samen von Koriander. Vermutlich sollten die römischen Soldaten, wenn sie in der Fremde stationiert waren, trotzdem die Speisen essen können, die sie von zuhause gewohnt waren. Vielleicht hatten Händler einzelne Kräuter auch schon vorher an den Niederrhein gebracht. Aber erst die Römer mit ihrem gut ausgebauten Handelsnetz dürften sie hier etabliert haben.

Woher die Archäologen das alles wissen, erfährt Fernsehkoch Björn Freitag bei seinem Besuch im APX – und der Fernsehzuschauer sieht es am Montagabend, wenn um 20.15 Uhr im WDR die neue Staffel der Sendung „Lecker an Bord“ beginnt. Zweimal waren Freitag und sein Kochkollege Frank Buchholz in NRW schon unterwegs, in diesem Jahr fahren sie vom Niederrhein bis ins Ruhrgebiet. Kapitän Heinz Dieter Fröse schippert sie auf dem Hausboot Una One über die Kanäle entlang der Römerroute. Dabei hält das Schiff immer wieder an, damit die Köche an Land die Zutaten für ihr Essen bekommen. In Xanten besorgen sie sich nicht nur die Kräuter für die Sauce, sondern auch Fleisch und Mehl für einen Burger sowie Mohn für einen Kuchen.

Dabei informieren sich die Köche auch immer über die Herkunft der Zutaten. In der Kriemhildmühle in Xanten lernt Buchholz zum Beispiel, wie Mohn gemahlen wird – das Ergebnis wird er an Bord des Hausboots zu einem Quark-Mohn-Kuchen verarbeiten. Er bekommt von Bäckermeister Rolf Peter Weichold auch Roggenmehl, das er für Burger-Brötchen verwendet. Den gepökelten Schweinenacken für das Patty holt sich Freitag vom Gamerschlagshof. Aber zuerst zeigt ihm Betreiberin Astrid Gerdes, wie man die Ferkel eines Bentheimer Schweins fängt. „Das war lustig“, sagt sie über die Dreharbeiten im Mai.

Der Kräutergarten im APX: Petersilie, Kerbel und Dill wurden wohl von den Römern an den Niederrhein gebracht. Foto: Axel Thünker/APX

Wer nun Appetit auf einen Burger bekommen hat, kann sich bei Astrid Gerdes melden (E-Mail an info@gamerschlagshof.de). Sie informiert Interessenten, wenn sie ein Tier schlachtet. Allerdings tötet sie es nicht, um ein bestimmtes Stück Fleisch zu bekommen, deshalb verkauft sie auch keine einzelnen Portionen, sondern nur fünf Kilogramm große Pakete, wie sie erklärt. „Und dann ist von allem etwas dabei, denn wir verarbeiten das ganze Tier, sonst produzieren wir Fleischmüll.“ Es müsse aber niemand fünf Kilogramm auf einmal essen. „Man kann das Fleisch auch einfrieren“, sagt Gerdes.

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