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Landtagswahl 2022: René Schneider (SPD) gewinnt zum dritten Mal​

Wahlkreis Wesel II : René Schneider gewinnt zum dritten Mal

Der SPD-Mann René Schneider setzte sich im Wahlkreis Wesel II gegen Sascha van Beek (CDU) durch und schnitt deutlich besser als seine Partei ab. Die Grünen konnten ihr Ergebnis deutlich steigern.

Der SPD-Politiker René Schneider hat zum dritten Mal in Folge den Wahlkreis Wesel II gewonnen. Bei der Landtagswahl am Sonntag erhielt er 38,25 Prozent der Erststimmen in den sechs Kommunen Alpen, Rheinberg, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Sonsbeck, Voerde und Xanten. Sascha van Beek (CDU) erhielt 35,26 Prozent.

„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Schneider nach seiner Wiederwahl erleichtert. Der SPD-Politiker aus Kamp-Lintfort zieht zum dritten Mal in den Landtag ein. „Als um 18 Uhr die ersten Hochrechnungen vorlagen, war ich jedoch tief enttäuscht“, sagte er. „So habe ich mir das Landtagsergebnis für die SPD nicht vorgestellt und es an den Wahlkampfständen im Gespräch mit den Bürgern so auch nicht erlebt.“ Sicherlich habe die bundespolitische Lage in den Landtagswahlkampf hineingespielt. „Landespolitische Themen haben im Wahlkampf so gut wie keine Rolle gespielt.“ Statt um die Bildung sei es in den Gesprächen mit den Bürgern immer wieder um Waffenlieferungen und Energiepreise gegangen. Die Entwicklung sei auch bei den Zweitstimmen für die SPD im Wahlkreis Wesel II ersichtlich geworden, die deutlich hinter dem Erststimmen-Ergebnis für den Direktkandidaten lagen. „Es war ein deutlicher Unterschied. Das fand ich beachtlich“, erklärte er. Der neue Wahlkreis-Zuschnitt habe sich für ihn nicht als Nachteil erwiesen. In Voerde holte der SPD-Kandidat deutlich mehr Stimmen als sein CDU-Gegenkandidat Sascha von Beek. „Darüber bin ich sehr froh“, sagte Schneider.

 Kurz nach 18 Uhr konnte Sascha van Beek jubeln, als die Prognose für die CDU in ganz NRW veröffentlicht wurde. Das Direktmandat im Wahlkreis Wesel II gewann er dagegen nicht. „Ich betrachte das Ergebnis mit einem weinenden und einem lachenden Herzen“, sagte er.
Kurz nach 18 Uhr konnte Sascha van Beek jubeln, als die Prognose für die CDU in ganz NRW veröffentlicht wurde. Das Direktmandat im Wahlkreis Wesel II gewann er dagegen nicht. „Ich betrachte das Ergebnis mit einem weinenden und einem lachenden Herzen“, sagte er. Foto: Armin Fischer (arfi)
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Auf dem Spargelhof Schippers in Alpen verfolgten Sascha van Beek und sein Wahlkampfteam den Abend. Auf die ersten Prognosen zum Abschneiden der CDU auf Landesebene reagierten die Anwesenden mit einem Riesenjubel. Zu den Koalitionsoptionen auf Landesebene sagte van Beek, dass Schwarz-Grün in NRW sicherlich „sehr spannend“ werden würde. Zunächst war er auch für seine eigene Wahl optimistisch, wie er am frühen Abend sagte. Am Ende sollte es dennoch nicht reichen.

Sascha van Beek nahm seine Niederlage dennoch gefasst auf. „Ich betrachte das Ergebnis mit einem weinenden und einem lachenden Herzen“, sagte er. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, den Wahlkreis zu gewinnen. Aber bei der Frage, ob ich lieber ein starkes CDU-Ergebnis oder den Einzug in den Landtag hätte, ist die Antwort klar: die CDU. Und das haben wir geschafft.“

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Schneider ist seit 2012 Landtagsabgeordneter. Damals hatte er den Wahlkreis Wesel II mit einem Ergebnis von 44,8 Prozent und deutlichem Abstand vor CDU-Frau Marie-Luise Fasse (32,2 Prozent) gewonnen. Bei der Landtagswahl 2017 konnte er sich mit 38,5 Prozent gegen Rainer Groß (CDU, 36,8 Prozent) behaupten. Allerdings stimmte der Wahlkreis 58 Wesel II sehr heterogen ab. Während der SPD-Politiker in seiner Heimatstadt Kamp-Lintfort, aber auch in Voerde die Nase deutlich vorn hatte, musste er sich in Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten hinter Sascha van Beek einreihen.

Bei den Zweitstimmen lag dagegen die CDU im Wahlkreis Wesel II vorn: Sie erreichte 35,77 Prozent der Zweitstimmen. Die SPD folgte mit 32,45 Prozent. Die Grünen wurden mit 14,10 Prozent drittstärkste Kraft. Die FDP landete bei 4,84 Prozent, die AfD bei 5,52 Prozent. Auch bei den Zweitstimmen unterschied sich das Ergebnis in den sechs Kommunen deutlich. Während in Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten die CDU deutlich vorn lag, war das Kräfteverhältnis in Kamp-Lintfort und Voerde genau entgegengesetzt. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,71 Prozent.

Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2017 hatte die CDU im Wahlkreis Wesel II 33,96 Prozent der Zweitstimmen bekommen, die SPD 33,95 Prozent, die FDP 11,36 Prozent, die Grünen 4,94 Prozent und die AfD 7,2 Prozent. Damals hatten Alpen, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Sonsbeck, Xanten und Vluyn zum Wahlkreis Wesel II gehört. Aber im Januar 2021 beschloss dann die damalige NRW-Landesregierung Änderungen an den Wahlkreisen. Deshalb gehört Vluyn dieses Mal zum Wahlkreis IV. Dafür ist Voerde zum Wahlkreis Wesel II gekommen.

(aka/erko/beaw/wer)