Xanten: Laienspiel mit skurrilen Figuren

Xanten: Laienspiel mit skurrilen Figuren

Nach einjähriger Pause steht das KAB-Laienspiel in Menzelen-Ost mit dem Stück "Wer schön sein will, muss leiden" wieder auf der Bühne im Adlersaal. Das Publikum ist begeistert. Für das kommende Wochenende gibt es noch Karten.

Ein zartes "Mihau" schwebt durch die Luft. In Trippelschritten bewegt sich die attraktive Japanerin Miezi Kamikatze (Christian Ida) im Kimono vorbei an Alfred Rüstig (Karl-Heinz Ladwig). Er ist Empfangschef der Schönheitsklinik Kappeskopp. Marianne und Jacob Kappeskopp (Marlies Meier und Bernd Langer) haben vom Landhausbetrieb in ansprechender Idylle auf den lukrativen Sektor Schönheitsfarm umgeschaltet. Damit sich die Gäste wohlfühlen und nach den neuesten Schönheitstrends behandelt werden, soll es Dr. Reiherhahn richten. Diese Kapazität, für den Kampf gegen den weiblichen Faltenwurf und die magische Erdanziehung bekannt, wird in den nächsten zwei Stunden das Publikum des Adler-Saals noch beschäftigen. In der Szene der Generation 50plus ist sein neues Wirkungsort bereits bekannt, die Beautyfarm-Urlauber kommen in Scharen.

Wie die Schwestern Chantalle Brümmelmann und Cilli Faltschachtel (Claudia Röös und Irene Bienemann). Auch das Kölner Ehepaar Carola und Heribert Reußen (Claudia Willemsen und Helmut Giesen) reisen an. Die Ähnlichkeit zu den glamourösen Geissens ist natürlich völlig zufällig.

In dieses Arrangement von individuellen Gästen der Schönheitsfarm kommen Felix Kleidermann (Thomas Ahlkämper) und Freddy Lindemann (Hubert Ahlkämper), abgewrackte Existenzen und voller krimineller Energie, die zunächst "betuchte Zuckerpüppchen" abschleppen wollen. Der Zufall will es, dass die beiden zu dem gemacht werden, was sie nicht sind. Nämlich Schönheitsguru Reihermann mit Assistent.

Hauptmann Köpenick lässt grüßen sowie der immerwährende Wunsch eines bestimmten Klientels, das Alter im Jungbrunnen zu stoppen, wobei es als die einzige Gerechtigkeit im Leben erscheint.

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Kleidermann und Lindemann agieren pfiffig. Reihermann fällt angeblich nach einem Skiunfall für den Einsatz aus. Kleidermann und sein Assistent rufen das Motto "zur Natur aus" und bereiten aus Hühner- und Pferdemist vielversprechende Cremes, verordnen Joggingrunden, Dinkelvollkornklößchen und Salat mit Wasserdressing. Küchenfee Rosa Linde (Gabi Antoczewski Tebartz) verliebt sich prompt in den Assistenten Lindemann.

Der Erfolg scheint ganz auf der Seite von Lindemann zu sein, bis sich ein zartes "Mihau" bemerkbar macht, denn Miezi Kamikatze ist eigentlich Miki Wang, die rechte Hand von Dr. Bang mit prominentem Kundenstamm und Konkurrent von Dr. Reihermann. Der Jahrmarkt der Eitelkeiten nimmt an Fahrt auf.

Die Akteure des KAB-Laienspiels sind in ihrem Element und zeigen mit den mehr als skurrilen Charakteren ihr ganzes schauspielerisches Können. Die Szenen werden mit spontanem Applaus belohnt, das Lachen über die überaus kuriosen Szenen ist zusätzliche Belohnung. "Wir proben seit November", sagt Marlies Meier, die auch für die Auswahl des Stücks verantwortlich ist. 140 Menschen genossen die Premiere und erlebten zugleich erstmals ein Schauspiel nach gelungenem Bühnenumbau. In der Pause ließen sie sich von Adler-Wirt Uli Evers mit Snacks bewirten.

Karten sind an den bekannten Verkaufsstellen (acht Euro) und der Abendkasse (zehn Euro) für die Aufführungen am Freitag, 16., und Samstag, 17. März, jeweils 20 Uhr, zu bekommen.

(RP)