Xanten: Laden-Projekt "Inselbrot" hat Fahrt aufgenommen

Xanten: Laden-Projekt "Inselbrot" hat Fahrt aufgenommen

Der neue Tante-Emma-Laden in Wardt soll über Genossenschafts-Anteile zum Stückpreis von 50 Euro finanziert werden. Bürgermeister Thomas Görtz möchte dem Rat vorschlagen, dass auch die Stadt Anteile kauft.

Um es mit Gerd Mattissen vom Verein "Wardt zusammen" zu sagen: "Das Projekt Inselbrot hat endlich Fahrt aufgenommen und steuert ohne Gegenwind seinem Zielbahnhof entgegen". Zusammen mit Vereins-Sprecher Oskar Haan und Beisitzer Wolf Nacken hat der 80-Jährige unermüdlich an einem Tante-Emma-Laden gearbeitet, der am Rande des neuen Baugebietes "Strohweg/Am Meerend" entstehen soll. "Inselbrot" wird er heißen, der Laden, in dem es dann nicht nur Brot, Milch und Eier von Landwirten aus der Region gibt, sondern in dem man sich auch auf ein Tässchen Kaffee und einen Plausch treffen kann.

Das 120 Quadratmeter große Grundstück stellt die Stadt zur Verfügung. Um das Projekt finanziell zu stemmen, gründet der Verein eine Genossenschaft, bei der jeder Bürger Mitglied werden kann, indem er Anteilsscheine kauft. Das Stück für 50 Euro. Das Geld kommt auf ein Treuhandkonto. Mit 80.000 Euro Gesamtkosten rechnet der Verein, 35.000 Euro davon werden finanziert, 45.000 Euro muss die Genossenschaft selber aufbringen, die dann auch den Bauantrag stellt.

Dass zur jüngsten und sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung des Vereins "Wardt zusammen" auch Professor Klaus Hegmann und zwei wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschule Rhein-Waal gekommen waren, hatte einen guten Grund: Seit mehr als fünf Jahren arbeiten sie gemeinsam mit der Fachhochschule Münster und den Hochschulen in Arnheim und Nijmegen an einem vom Land und teils aus Brüssel geförderten Projekt "Bedarfsermittlung und Marketing in Dörfern".

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Studenten haben dafür unter anderem auch Wardt unter die Lupe genommen. Dabei haben sie in dem Inseldorf mit 1200 Einwohnern zwar einige touristische Attraktionen ausgemacht, aber auch ein Versorgungsproblem: Im Dorf gibt es weder medizinische Versorgung noch Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf. Prof. Hegmann unterstrich die Sinnhaftigkeit und machte dem Verein "Wardt zusammen" in der Jahreshauptversammlung Mut, dass er mit einem Tante-Emma-Laden als Treffpunkt auf dem richtigen Weg sei: "Es ist längst widerlegt, dass ein Dorf mindestens 600 Einwohner haben muss, damit ein Dorfladen funktioniert". Eine Genossenschaft zu gründen sei wichtig und richtig. Ein eingetragener Verein "reicht nicht aus, um zu dokumentieren, dass das ganze Dorf hinter einer Idee steht". Sein Tipp: Fördermittel aus dem Leader-Projekt beantragen.

Genau wie die Volksbank steht auch Xantens Bürgermeister Thomas Görtz hinter dem "Inselbrot": In einer Videobotschaft dankte er dem Vereins-Vorstand für die Idee und das Engagement. "Ich finde es prima, dass Sie hartnäckig geblieben sind. Ich werde dem Rat vorschlagen, dass auch die Stadt Mitglied in der Genossenschaft wird", sícherte Görtz zu.

Info: Interessierte können sich bei Oskar Haan, Tel. 02801 705018, melden.

(jas)